Netphener Keltenweg

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@keltenweg

Der Keltenweg bei Netphen


An einem der letzten heißen Tage im ewigwährenden Sommer 2018 habe ich mir den Netphener Keltenweg vorgenommen.
Der Weg ist 15,1 km lang und bekommt in meinem Wanderführer 3,5 von 4 Punkten für den Anspruch – was ich im Nachhinein genauso bewerten würde.

Parkplatz Leimbachtal

Mein Startpunkt war der Wanderparkplatz im Leimbachtal, kurz hinter Netphen an der B 62. Die Muskulatur konnte ich direkt mit einem kurzen Anstieg aufwärmen, dafür hatte ich einen schönen Blick über das Leimbachtal im Oktobernebel.
Entlang des gut ausgeschilderten Weges erzählen immer wieder Tafeln vom Leben einer fiktiven Keltenfamilie, gezeichnet von Matthias Kringe, der auch die berühmten Dilldappen erschuf.
Wie im Siegerland üblich, führt der Weg auf breiten Pfaden durch die Wälder und ab und an erwischt man tolle Ausblicke.

Mein Frühstück nahm ich nach dreieinhalb Kilometern an einer Keltentafel ein – und wie man sieht, kommt man von hier aus auch nach Santiago de Compostela und Avalon … ;)
Nach einem weiteren kurzen Anstieg und einer ungeplanten Extrarunde ging es erstmal wieder mehr als zwei Kilometer bergab nach Afholderbach. Dort lohnt sich eine Verschnaufpause, denn der Weg auf die Alte Burg hat es in sich. Fast 300 Höhenmeter wollen überwunden werden, meist auf breiten befestigten Wegen, später dann auf schmalen Pfaden durch den Wald.

 

Alte Burg

Auf der Kuppe des Berges (633 m) befindet sich eine alte keltische Wallanlage (aus der La-Tène-Zeit, etwa 500 v. Chr.); zwei Wälle sind deutlich sichtbar und müssen überwunden werden, um das Plateau mit einem wunderschönen Buchenwald zu erreichen. Dieser war im Herbst besonders hübsch, allerdings finden sich dort viele unschöne Zivilisationsspuren: Beinahe jede Buche wurde eingeritzt, was ich sehr schade finde.
Nach kurzer Verschnaufpause ging es in Richtung Eschenbach bergab. Etwas abseits des Weges gibt es einen wunderschönen Aussichtspunkt auf die Obernau-Talsperre, die wegen des trockenen Sommers sehr wenig Wasser führte. Im weiteren Verlauf öffnete sich der Wald und überraschte mich mit einem grandiosen Panoramablick auf die Talsperre und das umgebende Netpher Land. Ich ärgerte mich maßlos, dass ich ausgerechnet an diesem Tag das Fernglas vergessen hatte und dass ich nur Handyfotos machen kann, denn der Bereich unterhalb der Alten Burg ist prädestiniert für tolle Panorama-Bilder.

Schöne Geste

Ein paar Meter weiter musste ich dann vor lauter Glück laut loslachen: Am Weg stand eine Ruhebank, ausgestattet mit Gästebuch, Pflastern, Taschentüchern, Bonbons zur Stärkung, einem Gästebuch – und einem Fernglas!
Sollte der mir unbekannte »Bankspender« irgendwann mal auf dieser Seite landen: Herzlichen Dank für diese tolle Geste, sie macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem!
Der Abstieg nach Eschenbach war danach ein Kinderspiel, und der Weg zurück zum Parkplatz führte mittels Treppe sogar über eine Kuhweide – in den Alpen üblich, hier im Siegerland eher ungewöhnlich.

Fazit

Für mich war es bisher der anstrengendste Wanderhöhepunkt entlang des Rothaarsteigs, aber die Ruhe des Buchenwaldes auf der Alten Burg sowie die teilweise grandiosen Ausblicke auf das Netpher Land sind die Anstrengung definitiv wert.

 

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Der Kindelsbergpfad

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Herzlich willkommen im neuen Jahr!


Während es in meinem Lieblings-Wandergebiet, den Alpen, ordentlich geschneit hat, müssen wir hier im Siegerland mit Regen und grauem Nebel ausdauern.
Für Januar und Februar habe ich einen neuen Schreibplan ausgeheckt: Immer, wenn ich mein Wochensoll erreiche oder überschreite, belohne ich mich mit einer Wanderung. In der ersten Januarwoche habe ich mir deshalb endlich den Kindelsbergpfad vorgenommen. Den hatte ich schon lange in Planung, aber es ist natürlich zeitlich immer schwierig, eine mehrstündige Wanderung unterzubringen.
Der Kindelsbergpfad ist 14,6 km lang und beinhaltet durchaus ein paar Höhenmeter. Mehr jedenfalls, als die meisten anderen Wanderhöhepunkte entlang des Rothaarsteigs.

Startpunkt Loher Tal

Meine Runde begann ich in Kredenbach in der Nähe des Loher Tals. Die Weiher waren mit einer leichten Eisdecke überzogen und Reste von harschigem Schnee lagen auf und zwischen den Bäumen. Der Boden war leider ziemlich matschig und deshalb nicht ganz einfach zu gehen. Ich war froh, meine Stöcke dabei zu haben.
Außerdem testete ich auf dieser Runde erstmals mein neues Trinksystem. Irgendwann im Sommer habe ich von Trinkflaschen zu einer Wasserblase gewechselt. Das hat den Vorteil, dass ich mehr trinke, weil ich nicht mehr anhalten muss. Dank Trinkschlauch kann ich eigentlich die ganze Zeit kleine Schlucke trinken, was definitiv gut ist. Da aber das Ventil nicht richtig dicht ist und ständig Wasser heraustropft, habe ich mir ein neues System zugelegt. Den Adapter kann ich auf die meisten handelsüblichen Trinkflaschen schrauben und das Ventil ist dicht. Was will man mehr!

Nach Müsen

Vom Loher Tal aus ging es durch den Wald leicht ansteigend in Richtung Müsen. An diesem Tag war es ziemlich neblig und die erhoffte Fernsicht blieb aus, aber die Strecke bietet auch so genügend zum Schauen. So entdeckte ich ganz unerwartet einen aktiven Springbrunnen kurz vor Müsen im Brombachtal. Etwa einen Kilometer vorher sollte eigentlich ein Stollenmundloch in der Nähe des Weges liegen (Grube Brüche), aber irgendwie habe ich es nicht entdeckt. Zugegeben: Richtig gesucht habe ich nicht. Die Geschichte des Siegerländer Bergbaus war eine Zeitlang ein Hobby von mir und ich habe schon wirklich viele Stolleneingänge gesehen. Da spielt einer mehr oder weniger für mich keine Rolle mehr.
In Müsen erwartete mich dann eine Überraschung: An einer exponierten Stelle am Waldrand stand eine Leseinsel – eine Metallbank mit integriertem Staufach, in dem nicht nur einige (Kinder-)Bücher lagen, sondern auch warme und gemütliche Sitzkissen. Eigentlich war mir noch gar nicht nach einer Pause zumute, aber der Platz war dermaßen einladend, dass ich kurzerhand mein Frühstück vorverlegte und mich bei der Gelegenheit auch gleich im Gästebuch verewigte. Eine sehr schöne Idee!

Frisch gestärkt ging es dann an den Aufstieg über die Martinshardt zum Kindelsberg. Doch zuerst kam ich an diesem schönen Kleinod vorbei. Ich weiß nicht, wer dieses kleine Heim gebaut hat, aber es hat mich wirklich erfreut. Und ich hoffe sehr, dass nicht irgendwelche Vandalen kommen und es zerstören.

 

Das Müsener Revier

Der Aufstieg zur Martinshardt ist nicht ohne und ich war froh um meine Wanderstöcke, die meine Knie doch merklich entlasteten. Außerdem wurde der Schnee umso dichter, je höher ich stieg.
Der Weg ist gespickt mit alten Bergbau-Relikten wie Stollenmundlöcher, Pingen und Halden sowie vielen Hinweisschildern.
Man passiert das Grubengelände Wilder Mann und die Müsener Klippen (ein Pingenfeld des Stahlberger Stocks) und auch auf dem Weg talwärts streift man mehrere Gruben. Das Müsener Revier gehörte zu den bedeutendsten des Siegerländer Erzbergbaus, die Grube Stahlberg wurde 1311 erstmals erwähnt und war bis 1931 in Betrieb. Auch heute erinnert in Müsen noch viel an die Zeit des Bergbaus, das Stahlbergmuseum nebst Besucherstollen ist ein Highlight für die ganze Familie.

Gipfelfeeling

Der Weg hinauf zur Martinshardt (616 m) wird zwar teilweise steil, ist aber gut zu gehen. Auf der Martinshardt erwartete mich sogar ein Gipfelkreuz! Vom zugehörigen Gipfelbuch habe ich leider erst hinterher gelesen, sonst hätte ich mich selbstverständlich eingetragen.
Bis zum Kindelsbergturm (617 m) ging es erst ein Stückchen bergab, um dann noch einmal steil bergauf zu gehen. Unterwegs kam ich an dem Parkplatz vorbei, an dem Natascha und Simon aus »Knochenfinder« ihren ersten Geocache machen. Erinnert ihr euch?
Doch diesmal war der Parkplatz verwaist, denn der Nebel wurde zunehmend dichter und lud nicht unbedingt zum Spazierengehen ein.
Auf dem Kindelsberg kehrte ich im gleichnamigen Restaurant ein und gönnte mir einen schönen heißen Kaffee, bevor ich mich an den Abstieg machte. Leider war es dank Nebel nichts mit dem Fernblick, ich ahne aber, dass der an schönen Tagen von dort oben aus sehr beeindruckend sein muss. Also werde ich zumindest dieses Teilstück noch einmal im Frühjahr oder Sommer erwandern.
Die Schneemenge auf dem Kindelsberg war im Vergleich zum Tal beachtlich, nahm aber mit jedem Höhenmeter ab. Als ich nach etwas mehr als einer Stunde wieder in Kredenbach ankam, war es nur noch nass und matschig.

Mein Fazit

Der Kindelsbergpfad ist ein sehr abwechslungsreicher Rundweg, der ein bisschen Trittfestigkeit und Kondition erfordert und an vielen Relikten der Bergbauzeit vorbeiführt. Wer noch nicht so viel über den Siegerländer Erzbergbau weiß, kann sich auf dieser Strecke ein gutes Bild machen und erfährt auch einige historische Fakten. Praktischerweise liegt der Kindelsberg als höchste Stelle in der Mitte des Rundwegs und man kann ganz prima im Restaurant einkehren.

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Pilgerwege im Siegerland

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»Pilgern beginnt vor der Haustür«

Alles geben – auch für Wanderer

Diesen Spruch nahm ich mir zu Herzen, packte meinen Rucksack und ging los.
Wir haben hier im Siegerland nämlich eine Besonderheit unter den Pilgerwegen vorzuweisen: Der Jakobsweg, der aus Richtung Marburg kommt und nach Köln und Aachen und im weiteren Verlauf bis nach Santiago de Compostela weiterführt, ist auch in der Gegenrichtung ein Pilgerweg. Denn von Köln kommend in Richtung Marburg heißt er Elisabethpfad, zu Ehren der heiligen Elisabeth, und endet folgerichtig an der Elisabethkirche in Marburg. Der zweite Streckenverlauf des Elisabethpfades beginnt in Eisenach und endet ebenfalls in Marburg.
Siegen liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Köln und Marburg und so stand ich vor der Wahl, entweder den Jakobsweg nach Köln zu nehmen oder den Elisabethpfad nach Marburg.

Der Jakobsweg

Vergessener Pilgerstab am Wegesrand

Nimmt man den Jakobsweg, beginnt die vierte von sieben Etappen in Siegen am oberen Schloss und führt über den Stadtwald, Oberfischbach, Freudenberg und Friesenhagen zum Crottorfer Schloss in Rheinland-Pfalz. Die knapp 25 Kilometer lange Strecke führt überwiegend durch Waldgebiete und ist deshalb auch im Sommer gut begehbar.
Ortsunkundigen empfehle ich eine ordentliche Karte, denn die Wegbeschilderung ist teilweise suboptimal, überwiegend aber gut. In Oberfischbach/Niederndorf und Hohenhain übersah ich wohl ein paar Aufkleber und habe mich teilweise ordentlich verlaufen. Nette Anwohner halfen mir dann weiter und zeigten mir den richtigen Weg (wobei ich in Hohenhain kurz vorm Aufgeben war. Die Füße taten weh, die Beschilderung war verwirrend und die Stechattacken der allgegenwärtigen Pferdebremsen nervten kolossal).

Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs an der Autobahnraststätte (sofern man das mag) und in Freudenberg, je nach Wochentag und Uhrzeit eventuell auch in Oberfischbach. Ich empfehle, ausreichend Verpflegung mitzunehmen, insbesondere Wasser. Bänke und Rastmöglichkeiten gibt es rund um die Orte mehrere, im Wald hingegen kaum. Da muss man sich ein nettes Plätzchen suchen.

Die alte Brüderstraße

Elisabethpfad und Pilgerweg

Der Pilgerweg orientiert sich an der alten Brüderstraße von Siegen nach Köln, die sich bis ins Mittelalter zurückdatieren lässt. Sie war Teil der Brabanter Straße, die Leipzig und Flandern verband. Die Annahme, der Handelsweg habe schon zur Zeit der Kelten existiert, um das im Siegerland geschürfte Eisenerz nach Köln zu bringen, hat sich bisher nicht bestätigt.
Mich reizt an den Pilgerwegen weniger der konfessionelle Hintergrund, sondern ihre historische Bedeutung (auch wenn das natürlich nicht zu trennen ist). Der aktuelle Streckenverlauf ist am historischen nur orientiert, denn manche Straßen sind gar nicht mehr begehbar (wie die A45), oder der alte Verlauf streifte Gebäude und Grenzverläufe, die heute nicht mehr existieren.
Trotzdem hat sich der Weg über Freudenberg, Denklingen, Drabenderhöhe und Overath als Weg für Pilger, Fußgänger und Berittene über Jahrhunderte bewährt.

Vom Oberen Schloss nach Heisberg

Blick auf Heisberg

Der erste Teil beginnt am Oberen Schloss in Siegen, führt bergab in Richtung Berufskolleg Technik und geht dann steil die Straße hinauf in den Stadtwald. Der ist noch immer von Bombenkratern gezeichnet, obwohl die Bombardierung Siegens schon fast 75 Jahre zurückliegt (16.12.1944). Es dauert fast eine Stunde, bis endlich die Geräusche der Stadt verstummen und man oberhalb von Seelbach und Achenbach die Ruhe genießen kann. Teilweise führt der Weg entlang des historischen Rundwegs Achenbach, den ich hier beschrieben habe.
An einigen Stellen muss man Obacht geben, weil der Flowtrail Siegen dort entlangführt und man Gefahr läuft, von Mountain-Bikern umgefahren zu werden. Deshalb gibt es ausreichend Warnschilder, damit man nicht versehentlich in die Rennstrecke gerät.
Oben auf der Kuppe des Starken Bubergs hat man einen schönen Fernblick Richtung Westerwald und Rothaargebirge.
Leider läuft man dann eine weitere halbe bis dreiviertel Stunde an der Autobahn entlang und quert sie auf großzügig angelegten Asphaltstraßen, was diesen Teil des Pilgerweges sehr unattraktiv macht.
Dafür erreicht man kurz danach den kleinen Ort Heisberg, wo ich eine erste Rast einlegte.

Von Heisberg nach Freudenberg

Pilgerkühlschrank in Oberfischbach

Von Heisberg erreicht man relativ schnell Oberfischbach, wo ich meine erste Ehrenrunde drehte. Irgendwie habe ich die Aufkleber falsch interpretiert und bin letztlich in Niederndorf gelandet. Ich war schon kurz davor, an einem der Häuser zu klingeln, um nach dem Weg zu fragen, als jemand mit Motorroller vorbeifuhr. Also hielt ich ihn an und ließ mir meinen Irrtum erklären und die richtige Richtung aufzeigen.
Meine Grummeligkeit verflog, als ich das absolute Highlight des gesamten Weges entdeckte: einen Pilgerkühlschrank!
Nette Anwohner stellen gegen einen kleinen Unkostenbeitrag gekühlte Getränke zur Verfügung sowie Blasenpflaster, Taschentücher und Sport-Tape. Dem beigefügten Gästebuch kann man entnehmen, wie begeistert die vorbeiziehenden Pilger und Wanderer von dem Pilger-Kühlschrank sind. Außerdem war ich doch erstaunt, wie viele Menschen tatsächlich durch Deutschland pilgern und dabei auch durchs Siegerland kommen.
Der weitere Verlauf der Strecke führt durch das schöne Dirlenbachtal hindurch bergab bis nach Freudenberg. Freudenberg liegt, entgegen seinem Ortsnamen, im Tal. Der Abstieg oberhalb des Freilichtmuseums in die Ortsmitte ist ziemlich steil und asphaltiert und damit eine arge Belastung für die Knie. Dafür führt der Weg dann weiter durch den alten Flecken, dessen Ansicht wohl den meisten Menschen bekannt ist.
Hier streift man auch Teile des Fachwerkweges Freudenberg, den ich als Wanderhöhepunkt am Rothaarsteig definitiv empfehlen kann.

 

Von Freudenberg nach Krottorf

Nach der Talquerung in Freudenberg geht es an der Bethesda-Klinik vorbei wieder bergauf in den Euelsbrucher Wald. Dort kann man mehrere Kilometer leicht bergan gehen und ist vor der Sonne geschützt. Nach einiger Zeit erreicht man die Kuppe und verlässt den Wald nach Hohenhain.
Hier ließ mich die Wegbeschilderung im Stich, sodass ich erstmal in die falsche Richtung lief. Meine Karte war zu grob, um mir weiterzuhelfen. Als ich der Verzweiflung – und der Aufgabe meines Projektes – nahe die blau-gelben Aufkleber des Pilgerweges suchte, kam unverhoffte Hilfe von einem Hundebesitzer. Der hatte zwar auch keine Aufkleber gesehen, wusste aber immerhin, wie ich auf die Hammerhöhe kam.
Der eigentliche Wegeverlauf geht vermutlich an der Kreisstraße entlang, ich nahm aber einen kleinen Umweg und damit auch wieder Teile des Fachwerkweges Freudenberg.

Gedenktafel zur Hexenverbrennung bei Friesenhagen

Zurück im Wald, ging es zuerst bergab und anschließend wieder bergauf an der Kapelle zur schmerzenden Mutter vorbei zur Kapelle St. Anna, von wo man einen schönen Blick über das Wildenburger Land hat. Der Berg diente im 17. Jahrhundert der Hexenverbrennung, woran ein hölzernes Schild erinnert.
Anschließend läuft man wieder bergab nach Friesenhagen und quert den Ort, ehe man in den Wald und auf den Kreuzigungsweg »Die sieben Fußfälle« zurückkehrt. Wer mag, kann sich vor den Steinkreuzen zu Boden werfen – ich ging mit schmerzenden Füßen daran vorbei, denn ich wäre vermutlich nicht mehr aufgestanden, wenn ich dort gelegen hätte.
Kurz darauf geht es mitten ins Gebüsch und auf einen schmalen Pfad entlang des Crottorfer Wasserschlosses, das man von dort aber leider nicht sehen kann.
Nach wenigen Minuten überquert man einen kleinen Bach und läuft auf einer Wiese direkt am Schloss entlang (von dem man aber immer noch nicht viel sieht). Wenn man noch ein paar Meter an der Kreisstraße entlanggeht, erreicht man das Tor des Crottorfer Schlosses und damit den Endpunkt der vierten Etappe des Pilgerweges von Marburg nach Köln.

Schlösserweg und Elisabethpfad

Blick von roter Kapelle ins Wildenburger Land

Der Pilgerweg entlang der alten Brüderstraße ist in diesem Abschnitt identisch mit dem Schlösserweg von Dillenburg nach Düsseldorf, weshalb man sich immer an der Markierung X19 orientieren kann – und teilweise auch sollte.
Ich habe mich für die Richtung Siegen → Crottorfer Schloss und damit den Pilgerweg entschieden, in umgekehrter Richtung folgt man dem Elisabethpfad, der aber deutlich schlechter ausgeschildert ist (manchmal mit roten Aufklebern, meist aber mit gelben Pfeilen).

Ich wünsche allen Wanderern und Pilgern eine gute Reise und eine schöne Zeit in der Region Siegen-Wittgenstein!

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Historischer Rundweg Achenbach

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Achenbach

Wie schon erwähnt, hindert mich gerade eine Sehnenscheidenentzündung am Schreiben.
Davon lasse ich mich aber nicht unterkriegen und nutze die Zeit einfach für schöne Dinge, zum Beispiel Wandern.
Also habe ich neulich meine Wanderschuhe geschnürt, mir Proviant eingepackt und bin in Regensachen nach Achenbach gefahren. Der Historische Rundweg Achenbach ist knapp 12 km lang und stand schon ewig auf meiner Wunschliste.

Die belgische Garnison

IMG_20180111_095109Start- und Endpunkt befinden sich am Denkmal für die belgische Garnison in der Nähe des Kreisels auf dem Weg zu Ikea. Geparkt habe ich bei Edeka (und habe mir dort erst mal frisches Obst gekauft).
Es lohnt sich, das Denkmal für die belgische Garnison genauer in Augenschein zu nehmen, denn eine Schautafel erläutert die Zusammenhänge zwischen Siegen und Belgien. Im Laufe des Rundwegs stößt man ohnehin noch mehrmals auf belgische Spuren.
Siegen war von 1946-1994, also fast 50 Jahre lang, belgische Garnisonsstadt. Die Kasernen standen dort, wo sich heute das Gewerbegebiet Heidenberg mit Ikea befindet. Die Erinnerungsstätte gibt es seit 2006, die Geschichte zwischen Siegen und Belgien ist aber so interessant, dass ich darüber vielleicht mal einen eigenen Blogeintrag schreibe.

Die Friedenskirche

Bevor man rechts in das Waldstück abbiegt, führt der Weg ein paar Meter an der Hauptstraße entlang. Kaum ist man im Wald, steht man vor der hölzernen Friedenskirche mit ihrer für Siegerländerverhältnisse ungewöhnlichen Bauweise. Sie ist eine Spende der Zionsgemeinde in Evansville in Indiana in den USA und steht seit 1959 in Achenbach. Zur Zeit scheint sie bewohnt zu sein.

Die Kelten

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Dort, wo sich ein Stückchen weiter im Wald der Rennofen-Nachbau befindet, hat man in den 1930er-Jahren die Überreste alter Schmelzöfen gefunden. Das Betonmodell wirkt unspektakulär, zeigt aber, wie fortschrittlich die Kelten damals waren. Eines der Original-Fundstücke steht heute im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss.
Danach ging es erst mal eine Weile auf und ab, allerdings mehr auf, und mir taten erstmals die Füße weh (das wird im weiteren Verlauf noch eine Rolle spielen).

Erfahrungsfeld Panzer-Schießplatz

IMG_20180111_103234Das Erfahrungsfeld SCHÖNUNDGUT ein paar hundert Meter weiter war für mich eine der größten Überraschungen auf der Runde. Ich kannte das Gelände auf dem Fischbacherberg noch aus der Zeit, als es ein Schießplatz für Bundeswehr und Polizei war.
Gebaut in den 1930er-Jahren, diente der Schießstand zuerst der Wehrmacht, später der belgischen Garnison, der Bundeswehr, der Polizei und den Bundeswehrreservisten.

 

IMG_20180111_104013Natürlich war das Gelände als militärisches Gebiet immer ordentlich abgeriegelt gewesen.
Umso erstaunter war ich, hinter den Zäunen bunte Gebäude, eine Bühne, einen riesigen Park und sogar den Bauspielplatz von Rabauki zu finden. Toll, was aus diesem Gelände gemacht wurde!

 

Aussichten

IMG_20180111_130611Vom Starken Buberg aus hatte ich trotz diesiger Sicht einen schönen Blick ins Wendener- und Olper Land. Vom Buberg aus aus ging es fast nur nur noch bergab, was mir aber wegen der schmerzenden Füße keine Freude bereitete. Dafür ließ es sich im Wiesental parallel zur Hauptstraße gut laufen.
Genau in dem Moment, als ich im Auto saß, kam der Regen – aber das kennt man als Siegerländerin nicht anders.

Der Ausflug endete dann bei Feinbier unterwegs, weil ich dringend neue Wanderschuhe brauchte. Mit denen bin ich dann die nächste Runde laufen, aber davon berichte ich euch später!
:)

Fun fact

Dieser Blogbeitrag wurde ausschließlich diktiert. Da ich wegen der Sehnenscheidenentzündung immer noch nicht richtig tippen kann, habe ich mir Dragon NaturallySpeaking gegönnt. Es dauert sehr lange und ist ziemlich anstrengend, ich hoffe aber, dass es mit ein wenig Übung besser wird. Außerdem habe ich den Eindruck, dass meine Sätze fremd klingen. Aber das kann auch täuschen.

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