Autoren unter Druck I

Wieder liegt eine Buchmesse hinter uns, und wieder taucht die Frage auf:

Wer soll das alles lesen?

Diese Frage berührt auch den Kern dieses Artikels.
Inspiriert und motiviert hat mich die Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse „Autoren unter Erfolgsdruck“, zu der ich in meiner Rolle als „Hybrid-Autorin“ (also einer Autorin, die sowohl im Verlag als auch im Selfpublishing veröffentlicht) eingeladen war.
Leider stand uns nur eine halbe Stunde für insgesamt drei Gäste und Moderation zur Verfügung, sodass wir das eigentlich Interessante nicht einmal anreißen konnten.

Bevor ich jetzt ganz ins Thema einsteige, noch eine Anmerkung vorweg:
Bücher schreiben ist der tollste Job der Welt. Er macht Spaß, lässt der Kreativität freien Lauf, hält geistig fit und ist meist ziemlich gut mit Familienleben zu vereinbaren. Besser jedenfalls, als mancher Nine-to-five-Job oder ein Angestelltenverhältnis mit geregelten Arbeitszeiten. Ich werde weiterhin schreiben und veröffentlichen. Weil ich es muss, weil es in mir wohnt, weil es ein Teil meines Selbst ist.

Aber ich gehe meinen eigenen Weg und ich versuche, dabei so unabhängig wie möglich zu bleiben. Wer auf Dauer Bücher veröffentlichen und dabei auch gesund bleiben will, sollte nicht nur auf ein einziges Pferd setzen. Denn das kann schneller davongeritten sein, als einem lieb ist.

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Einzelkämpfer

Bücher schreiben ist der tollste Job der Welt – und gleichzeitig ist das Veröffentlichen einer der härtesten. Vermutlich lässt sich das auf alle Tätigkeiten im kreativen und künstlerischen Bereich übertragen und ich nehme an, dass es Musikern, Schauspielern, Malern, Tänzern oder bildenden Künstlern genauso geht. Der Markt ist knallhart, und er kann einen verdammt kaputt machen.

Autoren sitzen während des Schreibens meist alleine am Schreibtisch. Trotzdem sind die wenigsten von uns Einzelkämpfer. Ich bin mit vielen Autoren schon seit vielen Jahren gut vernetzt, mit einigen auch befreundet, und viele sprechen sehr offen darüber, was das Veröffentlichen mit ihnen macht.

Erst vor wenigen Wochen habe ich wieder von zwei KollegInnen erfahren, die wegen Depressionen und Burnout alles hingeschmissen haben. Die keine Bücher mehr schreiben, obwohl ihr Inneres danach schreit, Geschichten zu schreiben. Aber es geht nicht. Nicht unter diesen Umständen. Nicht auf diesem zerstörerischen Markt.

Und heute erst habe ich im Social Media wieder von Kolleginnen gelesen, die entweder schon aufgehört haben oder ernsthaft darüber nachdenken. Und das sind keine Autorinnen, die niemand kennt oder die die Suche nach einem Verlag aufgegeben haben.
Nein! Das sind Autorinnen, die teilweise mehrere Bücher in großen Verlagen veröffentlicht haben, die erfolgreich Bücher verkauft haben und bei denen ich immer dachte: Es läuft.
Sie geben auf, weil sie den Druck nicht aushalten, weil die Erwartungen zu hoch sind, weil aus den netten Worten und der Bauchpinselei allzu schnell die kalte Schulter wird. Und das betrifft neue Autoren genauso wie etablierte, Autoren aus der Midlist genauso wie Autoren mit Spitzentiteln und hohen Vorschüssen.

Die Erfahrungen, über die ich schreibe, habe ich nicht alle selbst machen müssen. Aber viele davon sind so allgegenwärtig und häufig, dass man sie schon fast pauschalisieren kann. Es ist noch nicht einmal nötig, einzelne Beispiele zu verfremden, weil es keine Einzelschicksale sind, die man wiedererkennen könnte.

Der Druck der Branche

Um besser verstehen zu können, was denn genau diesen großen Druck auslöst und warum beim Büchermachen nicht alles Gold ist, was glänzt, habe ich mir einzelne Teilbereiche herausgesucht.

Ich kenne Social Media gut genug, um zu wissen, dass ich mich mit meinem Artikel in verschiedene Fettnäpfchen setzen werde. Dass manche Leserinnen und Leser dieses Artikels mir substanzloses Gejammer vorwerfen, dass ich es doch gut habe, dass ich mich nicht so anstellen soll oder was auch immer.
Das ist es mir aber wert, weil es mir meine Arbeit wert ist. Und weil es mir all die tollen Kolleginnen und Kollegen wert sind, die verzweifelt, enttäuscht, resigniert und desillusioniert alles hinschmeißen. Die keine Geschichten mehr schreiben wollen oder können, weil sie leer und ausgebrannt sind und sich in diesem teilweise perversen Markt aufgerieben haben.

Im Buchmarkt treffen zwei unvereinbare Gegensätze aufeinander: Autoren, die sich öffnen, die ihr Inneres zeigen, die mit Leidenschaft und Hingabe alles geben, die nicht nur Geschichten konstruieren, sondern auch Figuren erschaffen und zum Leben erwecken.
Viele Autorinnen und Autoren, die ich kenne, sind leidenschaftliche, selbstkritische und für neue Erfahrungen offene Menschen. Diese Eigenschaften helfen beim Schreiben richtig guter Geschichten. Aber sie sorgen auch dafür, dass man verletzlich und angreifbar wird.

Diese Verletzbarkeit trifft auf einen Markt, in dem es zunehmend nur noch um Absatzzahlen und Produktplatzierungen geht und nicht um gute Geschichten. Denn gut ist nur, was sich gut verkauft.
Dabei schreiben die Wenigsten um des Geldes wegen. Natürlich ist Geld wichtig – überlebenswichtig – aber es ist meist nicht der Motor fürs Schreiben.
Wer Geld verdienen möchte, ist in der kreativen Branche falsch.
Völlig falsch.

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Kritik ertragen

Wer ein Buch veröffentlicht, setzt es automatisch auch Kritik aus. Das fühlt sich vielleicht nicht immer schön an, ist aber nun mal so.

Zu den begeisterten Leserinnen gehören auch immer diejenigen, denen das Buch nicht gefallen hat. Die es langweilig fanden, schlecht geschrieben, lausig recherchiert oder was auch immer.
Die meisten Leserinnen und Leser lesen einfach still und für sich, sie schreiben weder Rezensionen noch Blogbeiträge, noch tauschen sie sich im Social Media aus. Andere hingegen schreiben gerne Rezensionen, bewerten unsere Bücher auf Amazon und anderen Plattformen und teilen ihre Meinung öffentlich.
Rezensionen sind wichtig für uns, weil wir dadurch Rückmeldung erhalten, wie etwas bei den Leserinnen ankommt, was ihnen gut gefällt und was weniger. Manchmal kann man daraus etwas lernen, manchmal ist es aber auch einfach nur eine Meinung. Und die muss nicht unbedingt gut ausfallen.

Das klingt sehr abgeklärt, aber manchmal können Rezensionen eben auch treffen. Dann wiegen einzelne negative Aussagen plötzlich schwerer als zehn lobende und ein paar virtuelle Sterne verdunkeln die ansonsten strahlende Sonne. Manchmal hat man einfach einen schlechten Tag, manchmal trifft die Rezension aber auch einen bestimmten Punkt bei uns oder in der Geschichte. Ich weiß von vielen Autorinnen, dass sie Rezensionen nicht lesen oder nur dann, wenn sie sich stark genug fühlen. Andere wiederum messen einer Rezension eine Bedeutung bei, die sie eigentlich gar nicht hat. Denn in erster Linie handelt es sich dabei um eine Meinung.

Andererseits ist wohl kaum etwas schlimmer für einen Autor und eine Autorin, wenn niemand über das eigene Buch spricht. Wenn das, wofür man sich monatelang durch Hochs beflügelt und durch Tiefs gequält hat, keine Beachtung findet. Wenn es zwar gekauft, aber nirgends besprochen oder bewertet wird. Denn ein Buch, über das niemand spricht, ist ein totes Buch.

Wer mit Büchern in die Öffentlichkeit geht, muss auch negative Meinungen aushalten können. Und wer von sich weiß, dass er allzu sensibel darauf reagiert, sollte sich im Vorfeld (also vor dem Veröffentlichen!) schon Bewältigungsstrategien überlegen. Denn je häufiger sich ein Buch verkauft, desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit für schlechte Bewertungen.

Öffentliche Kritik ist also etwas, von dem man im Vorfeld weiß und auf das man sich vorbereiten kann und sollte. Nach mehreren Veröffentlichungen setzt in vielen Punkten auch eine Art Routine ein. Aber Kritik ist nicht immer konstruktiv, sie kann auch Druck auslösen und verletzen.
Der Umgang mit öffentlicher Kritik ist von all dem, was das Veröffentlichen zu dieser Achterbahnfahrt macht, noch der einfachste Punkt. Denn hier hat man noch einigermaßen Kontrolle und kann an seiner Haltung arbeiten. Und man weiß von Anfang an, dass es ein Thema sein wird.

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Einkommen im Verlag

Wer vom Schreiben leben will, muss verdammt gut schwimmen können. Und zwar nicht nur, wenn die Sonne scheint und laue Lüftchen wehen, sondern auch ohne Neoprenanzug im Eiswasser.

Beim Einkommen unterscheiden sich die Veröffentlichungswege im Verlag und im Selfpublishing sehr stark. Wenn ich im Folgenden vom Verlag spreche, meine ich Großverlage. Wie es bei kleineren und Kleinverlagen aussieht, weiß ich nicht. Grundsätzlich kann man aber sagen: Je kleiner ein Verlag ist, desto geringer sind auch die Chancen auf einen Vorschuss. Großverlage zahlen meines Wissens immer Vorschüsse. Wenn dem nicht so wäre, bräuchte man dort schließlich keinen Vertrag zu unterschreiben.

Im Großverlag ist es in der Regel so, dass man sich entweder mit einem fertigen Manuskript oder aber mit einem mehr oder weniger ausgearbeiteten Projekt oder Exposé bewirkt. Wenn man einander gut kennt, reicht oft auch ein Exposé. Die Höhe des Vorschusses und die Art der Auszahlung sind im Vertrag geregelt. Häufig bekommt man mit Vertragsunterzeichnung ein Drittel oder die Hälfte des Vorschusses, den Rest dann bei Manuskriptabgabe bzw. Veröffentlichung. Der Verlag verpflichtet sich, das Buch binnen einer bestimmten Frist auch zu veröffentlichen.

Da die Programmplanung schon bis zu zwei Jahre im Vorfeld geschieht, kann es also gut sein, dass man den Vorschuss (eigentlich: Garantiehonorar) erst nach zwei Jahren komplett überwiesen bekommt. Der Vorschuss ist in der Regel nicht zurückzuzahlen. Das heißt, wenn ein Buch floppt, hat der Autor trotzdem sein Geld. Die Buchverkäufe werden so lange mit dem Vorschuss gegengerechnet, bis er „aufgebraucht“ ist, erst dann erhält man Tantiemen, beim Taschenbuch meist im einstelligen Prozentbereich.

Die Tantiemen werden summiert und, je nach Vertrag, entweder halbjährlich oder jährlich ausgezahlt. In welcher Höhe sich die Tantiemen bewegen, erfährt man als Autor oft erst mit dieser Abrechnung. Bei einigen Verlagen kann man allenfalls eine ungefähre Größenordnung anfragen, andere haben hingegen Onlineportale, in denen man die Auslieferungszahlen (nicht unbedingt die Verkäufe!) einsehen kann.

Das bedeutet also, dass man als Autor nur etwa 2-4 Mal im Jahr Geld vom Verlag bekommt. Hat man neue Verträge, gibt es auch mal öfter Geld, hat man keine neuen Verträge, bekommt man manchmal auch nur einmal im Jahr Geld (oder gar keins, wenn der Vorschuss noch nicht eingespielt wurde).

Unter diesen Bedingungen ist es sehr schwer, sich ohne sicheren Nebenjob über Wasser zu halten. Das kann auch durch gute Vorschüsse nur bedingt aufgefangen werden, wobei man im Vorfeld nie weiß, wie hoch das Garantiehonorar letztendlich ausfallen wird. Finanzielle Planbarkeit oder gar Sicherheit sind somit fast ausgeschlossen, was unglaublich viel Stress und Druck auslöst. Jeder, der sich schon mal in einer finanziellen Notlage oder Schieflage befand, weiß das. Es kann krank machen und die Lebensqualität massiv beeinflussen.
Gleichzeitig bleibt, je nach Umfang des Jobs, deutlich weniger Zeit zum Schreiben. Und je weniger Zeit man in sein Buchprojekt stecken kann, desto schwieriger wird es wiederum, regelmäßige Verträge zu bekommen. Es ist ein Teufelskreis.

Einkommen im Selfpublishing

Da man im Selfpublishing alle Dienstleistungen, die normalerweise der Verlag übernimmt, selbst organisieren und finanzieren muss, hat man erst mal einen Haufen Ausgaben vor der Veröffentlichung. Lektorat, Korrektorat, Covergestaltung und Buchsatz müssen meist eingekauft werden, nach Veröffentlichung kommt noch die Werbung dazu, und auch mit der reinen Schreibzeit geht man erst mal in Vorleistung. Wo man im Verlag oft schon Geld bekommt, bevor man überhaupt mit dem Schreiben begonnen hat, ist das Selfpublishing volles finanzielles Risiko. Man weiß nie, ob das Buch die Ausgaben jemals einspielen wird, von irgendwelchen Verdienstmöglichkeiten ganz zu schweigen.

Wenn ein Buch allerdings einigermaßen gut läuft, ist der Verdienst sehr transparent. In der Regel kann man bei den Online-Anbietern die Verkäufe tagesaktuell einsehen, bei Amazon wird sogar permanent aktualisiert. Da ich täglich meine Excel-Tabelle aktualisiere, kann ich schon in der Monatsmitte abschätzen, in welchem ungefähren Rahmen sich mein aktuelles Monatsgehalt bewegt. Das wird zwar mit einer Verzögerung von zwei Monaten ausgezahlt, ich weiß aber ziemlich genau, in welchem Monat ich welchen Betrag überwiesen bekomme. Außerdem kann ich Werbemaßnahmen darauf abstimmen und habe in einem gewissen Rahmen die Möglichkeit, noch an meinem Verdienst zu schrauben. Das ist im Verlag so nicht möglich.

Da ich mit meinen Selfpublishing-Büchern nur mich (und meine Familie) ernähren muss und nicht noch unzählige andere Menschen zwischengeschaltet sind (die noch dazu ein regelmäßiges Gehalt beziehen und sozial abgesichert sind), muss ich für den gleichen Verdienst weniger Exemplare verkaufen.

Wer die Mechanismen im Selfpublishing verinnerlicht hat und bereit ist, aktuelle Trends zu bedienen und Leserinnenwünsche zu erfüllen, kann ein einigermaßen ordentliches Einkommen erzielen. Das liegt dann oftmals deutlich über dem Einkommen von Verlagsautoren aus der Midlist, erfordert aber auch viel Fleiß und Durchhaltevermögen. Durch das Selfpublishing in der jetzigen Form ist es jedenfalls mehr Autoren als zuvor möglich, vom Schreiben leben zu können.

In der traurigen Realität spielen aber viele Selfpublishing-Titel die Kosten niemals ein und bleiben so allenfalls ein leidenschaftliches Hobby. Sie bleiben von der Vorstellung, einmal vom Schreiben leben zu können, meilenweit entfernt.

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In Autoren unter Druck II geht es um die Mechanismen des Marktes und unsere Möglichkeiten, darin zu überleben.

Der dritte und letzte Teil Autoren unter Druck III stellt sich der Frage, ob Selfpublishing ein Ausweg aus dem Buchmarkt-Dilemma sein kann.

Interview „Create and Inspire“

interview-1714370_1920Autorenkollegin Nina C. Hasse hat für ihre Interviewreihe „Create & Inspire“ viele Autorinnen und Autoren, Blogger, Musiker und andere Kreative befragt.
Dazu stellt sie allen Teilnehmern die gleichen Fragen und erhält unzählige unterschiedliche Antworten, was ich sowohl spannend als auch sehr witzig finde.
Wenn ihr meine Antworten nachlesen wollt: Bitteschön, mit einem Klick geht es zum Interview.
Viel Vergnügen!
:)

Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck

Schneechaos in Leipzig

Die Buchmesse in Leipzig liegt nun hinter mir, und weil ich schon am Freitag Abend wieder abgefahren bin, hat mich auch das Schneechaos nicht erwischt.
Zum Glück, denn auch heute noch lese ich Berichte von Menschen, die Leipzig nicht verlassen können – wegen Schnee oder Eis oder einfach, weil die Züge wegen Überfüllung nicht fahren.
Dabei dachte ich immer, das alljährliche Winterchaos gäbe es nur bei uns im Siegerland …
:)
All jenen, die heute noch einmal die Messe genießen möchten, wünsche ich einen schönen, inspirationsreichen und motivierenden Tag!

Vorspann „Autoren unter Druck“

Die Podiumsdiskussion am Freitag auf der Lesebühne war ein Erfolg. Wir hatten viele Besucherinnen und Besucher und hoffentlich ein paar interessante Punkte. Leider war die halbe Stunde, die uns zur Verfügung stand, viel zu kurz für all das, was sich hinter „Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck“ verbirgt.
Deshalb werde ich in den nächsten Tagen einen längeren Artikel zum Thema verfassen (Edit: Es wurde eine dreiteilige und in Autorenkreisen ziemlich erfolgreiche Reihe).
Anbei schon mal ein – leicht verschwommenes – Foto:
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Melanie Lahmer, Eva Almstädt, Roman Hocke, Janet Clark, Jens J. Kramer
(Fotografin: Regina Schleheck)

Podiumsdiskussion auf der Leipziger Buchmesse

 

Podiumsdiskussion

Wer von euch ist denn in den kommenden Tagen auf der Leipziger Buchmesse?
Am Freitag, 16. März, findet von 15.30-16 Uhr die Podiumsdiskussion zum Thema  „Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck“ statt.
Organisiert wird sie von den Mörderischen Schwestern und dem Syndikat.
Moderiert wird die Diskussion von Janet Clark, und außer mir sitzen noch Autorin Eva Almstädt und Literaturagent Roman Hocke von AVA international auf der Bühne.
Ich bin sehr gespannt und freue mich auf viele neugierige Besucher!

Aus der Ankündigung

Die radikale Öffnung des Buchmarktes für Selfpublisher und der sprunghafte Anstieg von E-Only-Verlagen hat den Markt verändert. Wie wirkt sich dies auf die einzelnen Teilnehmer aus? In wie fern haben sich die Anforderungen/Ansprüche der Verlage/LeserInnen an AutorInnen verändert? Ist der Druck gewachsen? Was entscheidet über Erfolg und Nichterfolg? Welche Rolle spielt die Sichtbarkeit im Buchhandel versus in den sozialen Netzwerken?

Diesen und weiteren Fragen gehen Eva Almstädt (Autorin), Melanie Lahmer (Autorin) und Roman Hocke (Agent, AVA) auf den Grund.

Moderation: Janet Clark (Präsidentin Mörderische Schwestern)

Veranstalter: Mörderische Schwestern/Das Syndikat

Tatort:
Buchmesse Leipzig
Leseinsel
Halle 5
Stand D302

Knochenfinder – die Neuauflage!

Knochenfinder

Knochenfinder kleinNeuauflage

Endlich ist es soweit – ich kann euch, quasi zwischendrin, meinen aktuellen Siegerland-Krimi präsentieren:
Knochenfinder, der erste Fall für die in Siegen ermittelnde Kommissarin Natascha Krüger und ihre Kollegen.

Knochenfinder erschien erstmals 2012 bei Bastei Lübbe und war einer der ersten Krimis, der Geocaching thematisierte. Der Roman erhielt ein Artist-in-Residence-Stipendium der Kunststiftung NRW, und ich durfte zwei Monate lang im Künstlerdorf Schöppingen leben und arbeiten.
Kurz nach der Veröffentlichung gewann mein Romandebüt den „Entdeckt!“-Autorenpreis von Amazon für neue Talente.
Der Siegerland-Krimi ging schon nach wenigen Wochen in die dritte Auflage und ist seit Anfang letzten Jahres ausverkauft.
Nachdem die Rechte von Bastei Lübbe an mich zurückgingen, habe ich mir ein Cover von meiner Wunsch-Designerin Claudia Toman von Traumstoff aus Wien erstellen lassen und den Inhalt aktualisiert.
Jetzt bin ich natürlich ganz gespannt, wie die Neu-Auflage bei den Leserinnen und Lesern ankommt und ob der Roman noch mal einen zweiten Frühling erleben darf – nach fast exakt sechs Jahren!

Änderungen

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Natürlich waren auch einige Veränderungen nötig – das Krupp-Hochhaus neben der HTS in Geisweid steht längst nicht mehr und musste auch im Buch gestrichen werden, und auch die Technik und die mediale Aufmerksamkeit haben sich verändert, sodass sich auch das Geocaching gewandelt hat.

Manche von euch werden Knochenfinder noch mit dem alten Cover von Bastei Lübbe im Regal stehen haben – oder?

Die Neuauflage von Knochenfinder gibt es vorerst exklusiv bei Amazon und ist auch Teil der KindleUnlimited-Auswahl.
Für ganz Schnelle gibt es das E-Book sogar noch zum Schnäppchenpreis: Klick!

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Der Nachfolger von Knochenfinder ist ebenfalls bei Bastei Lübbe erschienen und überall im stationären Handel sowie auf den gängigen Online-Plattformen – als Taschenbuch oder E-Book – erhältlich.

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen!
:)

Auf die Reader, fertig, …

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Dieser Blog heißt Siegerland-Krimis, und genau darum wird es in den nächsten Tagen gehen: um einen Krimi aus Siegen und dem Siegerland.

Mehr werde ich allerdings noch nicht verraten, ihr müsst euch noch ein paar Stunden gedulden.
So viel kann ich aber schon andeuten: Ihr solltet eure Reader zücken!
:)
Ganz Ungeduldigen empfehle ich meinen Newsletter, dann verpasst ihr wirklich nichts und sitzt direkt an der Quelle:
Newsletter abonnieren.

Wir lesen uns!

Interview

interview-1714370_1920Bloggerin Ann-Bettina Schmitz hat neulich ein schönes Interview mit mir geführt, das ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.
Sie hat sich im Vorfeld mit meinem Werdegang beschäftigt und hat mir deshalb persönliche und auch herausfordernde Fragen gestellt!
:)

Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Nachlesen!
Interview in der ABS-Lese-Ecke

Termine bis Juni 2018

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Das Jahr ist noch jung, trotzdem sind hier schon mal ein paar Termine, bei denen ihr mich treffen könnt:

Buchmesse Leipzig

Freitag, 16. März, von 15.30 – 16 Uhr auf der Leseinsel in Halle 5, Stand D305
Podiumsdiskussion zum Thema „Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck“.
Vorher und hinterher könnt ihr mich irgendwo in den Hallen finden – oder mit einer Tasse Kaffee irgendwo außerhalb, wo es ein wenig ruhiger ist.

Literaturcamp Bonn

Samstag, 28. April, von 9-18 Uhr
Meinen Beitrag muss ich noch planen, eventuell kündige ich ihn vorher hier an.
LiteraturCamp NRW

Literaturcamp Heidelberg

Samstag/Sonntag, 16. und 17. Juni
Auch hier muss ich den Beitrag noch planen, aber dafür habe ich auch noch ein Weilchen Zeit …
Literaturcamp Heidelberg

Wenn ihr mich irgendwo seht, könnt ihr mich einfach ansprechen. Ich freue mich immer wieder über neue und altbekannte Gesichter!
:)

Von Schwerverbrechern und Singlebörsen

Neue Wege

Für meine neue Siegerland-Krimi-Reihe probiere ich gerade etwas Neues für meine Figuren aus: passende Bilder im Netz suchen.
Ich weiß von einigen Kolleginnen und Kollegen, dass sie das bei jedem Buch machen, aber bisher fand ich das für mich unnötig. Ich habe ein sehr bildhaftes Gedächtnis und sehe meine Figuren immer plastisch und lebendig vor mir; Fotos von realen Personen würden mich da nur einschränken. Und viel wichtiger als die Frage nach einer großen oder kleinen Nase oder dem Bauchumfang ist ja die Psychologie, die Motivation, das Handeln der Figuren.
Dachte ich.

Frau am Laptop

Doch seit letzter Woche habe ich die neue Version meines Autorenprogramms auf dem Rechner (Papyrus Autor 9), das noch mehr Features bietet als die ältere Version (ich schreibe schon seit neun Jahren mit Papyrus, angefangen mit Version 2). Um die alle auszutesten, habe ich den Krimi als neues Projekt angelegt und klicke und probiere mich nun durch die vielen Möglichkeiten (Denkbrett, Zeitstrahl, Organizer, …).
Und weil man in Version 9 auch Fotos seiner Figuren in die Datenbank einpflegen kann, habe ich mich auf die Suche nach aussagekräftigen Bildern gemacht.

Bilder suchen

Aber mit welchen Begriffen suche ich nach geeigneten Fotos?
„Frau, hellblond“ war ganz gut, um ein Foto einer Nike-ähnlichen Frau zu finden. Sie passt nicht perfekt, ist aber nah dran.
„Gärtnerin“ führte mich umgehend zu Nikes Mutter Brigitte; unter „Senior“ fand ich dann Nikes Vater Hajo – allerdings erst  nach langer Suche. Hauptsächlich entdeckt man nämlich junge, hübsche Frauen unter dem Begriff „Senior“.
Sehr viel schwieriger waren allerdings die Verdächtigen zu finden.
Gebe ich Alter und Geschlecht ein, lande ich auf irgendwelchen Modelplattformen, auf Werbeseiten und erstaunlich oft beim Friseurhandwerk. Aber in meinen Romanen laufen keine gestylten Models herum, sondern mehr oder weniger normale Menschen (wobei ich „normal“ sehr weit fasse).
Ein paar Nebenfiguren habe ich dann auf Singlebörsen gefunden, andere unter „Verdächtiger“ oder „Kriminelle“ – da muss man dann allerdings die ganzen Politiker-Fotos aussortieren …

Bemerkenswert fand ich jedoch Nikes Mann Lukas, der eine tragende Rolle im ersten Fall spielt. Beim Schreiben seiner Szenen hatte ich immer einen Mann mit kurzen blonden Haaren im Kopf. Beim Suchen unter „Mann, blond“ fand ich dann plötzlich ein Foto, das perfekt zu dem Lukas passt, den ich geschrieben habe. Nur, dass der neue Lukas auf einmal dunkle Locken hat …
Aber der Mann auf dem Bild hat sofort mit mir „gesprochen“, und auf einmal wurde Lukas viel lebendiger und viel präsenter für mich – was sich natürlich deutlich auf die Figur innerhalb der Geschichte auswirkt. Einen ähnlichen Effekt hatte ich bei Nikes Zwillingsschwester Vic.

Fazit

1:
Es lohnt sich, seine Arbeitsweise zu überdenken und mal etwas Neues auszuprobieren. Man könnte positiv überrascht werden!
:)

2:
Man sollte sehr vorsichtig sein mit Fotos, die man von sich selbst oder von anderen Menschen ins Netz stellt. Sie könnten Vorbilder für sonderbare Romanfiguren werden!
(Im positiven Fall. Im negativen kann man ziemlichen Schindluder mit solchen Bildern treiben, erst recht mit Bildern von Kinden. Überlegt euch also gut, was ihr einstellt – und denkt dran: Das Internet vergisst nichts!)

Ich werde vermutlich auch für zukünftige Projekte in Bilddateien stöbern – denn neben all dem nützlichen macht es auch Spaß und man landet auf Seiten, die man sonst nie gefunden (geschweige denn gesucht!) hätte!
:D

Rund um den Wellersberg und die Panzerwiese

Rund um den Wellersberg

Meine zweite Genesungswanderung (mit Sehnenscheidenentzündung) führte mich rund um den Wellersberg.

Als ich am Morgen aufwachte, lag schöner frischer Schnee über der Landschaft. Da für den nächsten Tag schon wieder Tauwetter angesagt war, wollte ich diese Gelegenheit nutzen, um noch mal ein bisschen Winterfeeling abzubekommen. Dieser Winter ist irgendwie gar kein richtiger Winter, finde ich. Dabei liebe ich Schnee wirklich sehr!

Kunst am Wellersberg

Die Panzerwiese

Startpunkt war der Wanderparkplatz oberhalb der Kinderklinik.
Von dort aus führen viele längere und kürzere Wege rund um den Wellersberg. Da man von dort oben einen schönen Blick auf Siegen und Weidenau hat, ist es ein beliebter Tummelplatz für Hundebesitzer, Jogger und andere Sportler.
Die Kuppe des Wellersberges ist als Panzerwiese bekannt, weil sich dort oben der Truppenübungsplatz der belgischen Garnison befand. Noch heute findet man dort viele Spuren und Hinweise auf die militärische Vergangenheit. Der Hauptweg, der vom Parkplatz bis zum nahe gelegenen Wald führt, besteht teilweise aus Asphalt, teilweise aber auch aus alten Betonplatten. Von Maschendraht umzäunt sind noch die alten Munitionsdepots zu erkennen: Flache, hinter Erdwällen verborgene Langhäuser. Mittlerweile befindet sich dort ein Hundeverein.
Ich finde die Geschichte der Panzerwiese und der belgischen Garnison in Siegen so spannend, dass ich einen eigenen Blogbeitrag darüber schreiben werde. Dafür muss ich aber noch ein bisschen recherchieren. Heute soll es außerdem nur um meine kleine Wanderung rund um den Wellersberg gehen.

Der Historische Tiergarten

Der historische Tiergarten Weidenau

Von der Panzerwiese aus gelangt man beinahe automatisch in den Historischen Tiergarten – genau genommen ist sie sogar ein Teil davon. Die etwa 100 ha große Anlage wurde im 17. Jahrhundert von Fürst Johann Moritz zu Nassau-Siegen angelegt. Er diente zur Jagd und der Zerstreuung. Auf diese Zeit gehen auch die meisten der heute noch bestehenden Wege zurück. In den letzten Jahren hat die Stadt Siegen den Wert dieses Geländes entdeckt und als Naherholungsgebiet attraktiv gemacht. Dazu gehören unter anderem ein Waldlehrpfad und ein Pilzlehrpfad, Ruhebänke und verschiedene Spielstationen für Kinder. Auch Kunstobjekte kann man dort finden.

Mir war der Rundgang durch den Historischen Tiergarten allerdings zu kurz, weshalb ich vom Hauptweg der Panzerwiese hinunter zum Hermelsbacher Friedhof ging. Dort kann man sich gut im Tal des Hermelsbaches aufhalten. Ein Teil des Weges gehört noch zum Historischen Tiergarten und ist deshalb gut ausgeschildert. Mehrere Hinweistafeln verweisen auf Besonderheiten des Waldes. Der Weg steigt dann an und führt in Richtung Trupbacher Heide, ich habe aber eine steile Wende genommen und bin dann in Richtung Tiergehege gegangen. Dabei kam ich am Hirschsprung und einem der schönen Kunstprojekte vorbei. Wegen des Sturms Friederike war ein Teil des Weges gesperrt, sodass ich wieder umkehren und rund um das Tiergehege laufen musste. So verließ ich am Studentenwohnheim, das früher ein Altenheim beherbergt hat, für kurze Zeit den Wald. Da ich so auch automatisch wieder ein Stückchen Richtung Tal ging, verlor sich der Schnee dann völlig im Matsch, und es regnete.

Der Historische Friedhof

Alter Friedhof Wellersberg

Es dauerte nicht lange, und ich kam wieder oben an den Munitionshäusern an. Da ich aber trotz des Wetters noch ein wenig laufen wollte, ging ich erneut hinunter zum Hermelsbacher Friedhof. Dort ging ich dann nach links und mehrere Meter am Friedhofszaun entlang. Diesen Weg kannte ich noch nicht, wusste aber, dass ich im Wohngebiet am Wellersberg herauskommen werde.

Was ich aber nicht ahnte:
Dieser Weg führte mich zu einem schönen Kleinod, das ich ohne diesen Umweg vermutlich nie entdeckt hätte. Es handelt sich um ein alten Friedhof aus dem 19. Jahrhundert, der zur ehemaligen Hüttensiedlung Buschgotthardshütten gehörte. Buschgotthardhütten war ein Teil von Weidenau, das aber im Zuge des Baus der Hüttentalstraße (HTS), der Stadtautobahn, abgerissen wurde. Viele Menschen trauern diesem kleinen Stadtteil heute noch nach, was ich verstehen kann, wenn ich mir die alten Bilder anschaue. Einige der alten Fachwerkhäuser sollen abgebaut und zwischengelagert worden sein, eines davon steht wohl im Lippischen Landesmuseum in Detmold. Ein weiteres Gebäude wurde neben der Ginsburg bei Hilchenbach aufgebaut, zumindest Teile des Ursprungsgebäudes wurden dafür verwendet.

Alter Friedhof Wellersberg

Dieser alte Friedhof lag bis 2013 unter Gestrüpp verborgen und war kaum jemandem bekannt. Auf Initiative einiger Privatpersonen wurde der Friedhof dann freigelegt und so natürlich wie möglich erhalten. Als Besonderheit sind die vielen Kindergräber anzusehen, denn auf vielen alten Friedhöfen sind die Gräber der Kinder längst verschwunden. Seit 2013 steht der Friedhof unter Denkmalschutz.

Der Friedhof gefällt mir so gut, dass ich ihn noch mehrmals besuchen werde, um auch Fotos bei schönem Wetter und mit mehr Grün zu machen.

 

Im Schneematsch

Hinter dem Friedhof ging es dann noch ein Stück in den Wald und von dort aus in Richtung Kinderklinik, wo mein Auto stand. Diese Runde war etwa 7 km lang, und als ich beim Auto ankam, war vom Schnee schon nichts mehr zu sehen. Alles war geschmolzen, die Erde hatte sich in einen schlammigen Untergrund verwandelt, und Jogger und Hundebesitzer waren im Nebel nur als Schemen zu erkennen.

Die Runde war ganz nett, barg aber natürlich nur wenig Neues für mich, weil sowohl Panzerwiese als auch Historischer Tiergarten stadtbekannt sind und ich schon mehrmals dort oben war. Dennoch freue ich mich, dass ich den alten Friedhof entdeckt habe!