
Der Hickengrund liegt im südlichen Siegerland und besteht aus den Orten Lützeln, Niederdresselndorf, Oberdresselndorf und Holzhausen, die alle zu Burbach gehören.
Die Westerwald-Variante des Rothaarsteigs führt durch die Gemeinde Burbach, und wer auf dem Rothaarsteig von Brilon kommend die Gemeinde Burbach durchquert, ist nach etwa 125 Kilometern schon beinahe am Ziel im hessischen Dillenburg.
Ende September luden Rothaarsteigverein, Kreis Siegen-Wittgenstein und Ausrüster Tatonka erneut zu einem InstaHike ein (mein erster InstaHike auf dem Rothaarsteig: Klick).
Der Rothaarsteig feiert in diesem Jahr seinen 25. Geburtstag und begeht dieses Jubiläum schon das ganze Jahr über mit verschiedenen Veranstaltungen.
Der InstaHike ist eine davon.
Die Rothaarsteig-Spuren
Entlang des Rothaarsteigs gibt es mehrere Rundwanderwege, die „Rothaarsteig-Spuren“.
Sie führen über historische Pfade, zeigen tolle Ausblicke, schöne Orte oder besondere Landschaften.
Der „Romantische Hickengrund“ ist eine dieser Spuren.
Der Rundweg trägt den Beinamen „Literatur in der Natur“ und hat insgesamt sieben Stationen mit literarischen Hörerlebnissen.
Wir trafen uns am Bahnhof in Niederdresselndorf und fuhren mit dem Zug in wenigen Minuten nach Holzhausen.
Schon am Bahnhof wurden die ersten Fotos gemacht, die Stimmung war gut und auch das Wetter versprach uns einen schönen Tag. Außerdem hatten die Veranstalter ein paar Besonderheiten für uns vorbereitet und ich war sehr gespannt.
Da der gesamte Rundweg etwa 24 Kilometer lang ist und wir allein schon durch das Fotografieren und Filmen eher langsam unterwegs sein würden, nahmen wir uns nur einen gut neun Kilometer kurzen Abschnitt vor.
Die Hickenziegen
Kurz nach dem Start bot sich mit dem Naturbadeweiher in Holzhausen ein tolles Fotomotiv, das ausgiebig und aus allen möglichen Perspektiven aufgenommen wurde.
Nachdem wir uns endlich von dem Weiher gelöst hatten, wartete nur wenige Meter weiter ein echtes Highlight auf uns: zwei (überraschend große) Ziegen!
Die „Hickenziegen“ Willi und Hansi sollten uns ein Stück auf unserer Wanderung begleiten.
Noch vor dem Start machten sich die beiden ausgiebig über Brombeerbüsche und Buchenlaub her und ließen sich durch unsere gezückten Handys und Kameras nicht beirren.
Das sollte sich auch auf den nächsten Kilometern nicht ändern.
Die Ziegen durften frei durch den Wald laufen, blieben aber immer bei uns und entfernten sich höchstens zum Fressen kurz von der Gruppe.

Anders als Lamas oder Alpakas sind Ziegen keine Fluchttiere und lassen sich streicheln und anfassen. Anna-Lena und Ruben Reuter bieten sogar Yoga mit den Ziegen an, was mit Lamas so vermutlich nicht möglich ist.
Jedenfalls entschleunigten die Hickenziegen sehr und boten hundertfaches Bildmaterial.
Nach gut einer Stunde mussten wir uns leider wieder trennen – allerdings nicht ohne ein Gruppenfoto!
Schlemmen im Wetterbachtal
Kurz darauf erreichten wir das Wetterbachtal.
Matthias, der Rothaarsteig-Ranger, der uns begleitete, gab ein paar Einblicke in die Natur und über die Folgen des heißen und trockenen Sommers.
Das Wetterbachtal ist seit 2002 Naturschutzgebiet und liegt direkt an der Grenze zu Hessen. Die Feuchtwiesen und Auen sind ein wichtiger Ort für bedrohte Insekten, Vögel und andere heimische Tier- und Pflanzenarten.
Im Gegensatz dazu sind die vielen – bei dem niedrigen Wasserstand gut sichtbaren – Steine im Wetterbach gar nicht heimisch, sondern bestehen aus Basaltgestein, das vom Westerwald bis in den Hickengrund geschwemmt wurde.
Auch die Auen und Magerwiesen boten jede Menge Fotomotive, genau wie der Wetterbach.
Für unser nächstes Ziel, eine Vesperinsel, mussten wir den Wetterbach auf Trittsteinen queren, was bei Niedrigwasser natürlich gefahrlos möglich ist – spaßig war es trotzdem.
Mittlerweile waren wir etwa zwei Stunden unterwegs, und das eine oder andere Hüngerchen machte sich bemerkbar.
Es dauerte auch nicht lange, und das Cateringmobil von „Fiester Hannes“ fuhr vor.
Wir wurden mit Getränken und kleinen, liebevoll angerichteten Schlemmereien beglückt: Mini-Burger, Frühlingsröllchen, Falafelbällchen, Schinken, Soßen – ich glaube, ich habe während einer Wanderung noch nie so lecker gesnackt.
Zumindest nicht außerhalb der Alpen!
Auch Anna-Lena und Ruben von den Hickenziegen kamen dazu, und während wir den Imbiss genossen, erzählte uns Ruben zwei Sagen, wie der Hickengrund zu seinem Namen kam.
Eine hat mit Hecken zu tun, die andere mit dem Riesen Wackebold.
Du bist neugierig?
Dann lies beim Heimatverein Niederdresselndorf nach: klick!
Übrigens:
Der Fiester Hannes bzw. das gleichnamige Hotel ist kein Unbekannter!
1999 eröffnete Paul McCartney (ja, DER Paul McCartney!) seine Ausstellung „Paul McCartney Paintings“ im Siegener Lyz – und übernachtete dabei im beschaulichen Hickengrund: bei Fiester Hannes!
Sonnenuntergang/Sundowner
Frisch gestärkt ging es erst allmählich, dann etwas steiler bergauf, bis wir auf einmal wirklich Höhenmeter machen mussten – für ein paar Minuten.
Mittlerweile war es Abend geworden und die Sonne tauchte die Gegend in goldenes Licht.
Entsprechend langsam kamen wir voran, weil wir so viele Fotos und Videos machten. Das Wetter war aber auch einfach perfekt für ein Foto-Event!
Irgendwann erreichten wir dann den Zielpunkt oberhalb von Niederdresselndorf, wo wir noch die letzten Sonnenstrahlen genossen, ehe die Sonne komplett hinter den Bergen verschwand und Niederdresselndorf in Dunkelheit hüllte.

Reich an Eindrücken und neuen Bekanntschaften gingen wir dann hinunter ins Tal und waren uns alle einig: Es war ein wunderbarer Tag!
Unser Weg war nur 9 km lang, der gesamte Rundweg „Romantischer Hickengrund“ umfasst 24 km, für die man etwa 6 Stunden einplanen sollte – ohne Fotostops.
Wer gerne fotografiert, findet auf dem Weg jede Menge Motive, sodass der Weg auch unendlich lang werden kann.
Aber es lohnt sich!


