Autorenwahnsinn

Autorenwahnsinn – die Sommerloch-Edition

Warum ich Social Media so liebe?
Weil es immer wieder tolle Aktionen gibt, die viel Spaß machen und an denen man sich ganz unkompliziert und frei von Verpflichtungen beteiligen kann. Wie zum Beispiel #Autorenwahnsinn.
Einen Monat lang werden wir das Sommerloch mit lustigen, interessanten und bemerkenswerten Infos rund um unser Schreiben füllen.
Wenn ihr im Internet – vor allem aber bei Twitter – nach dem Hashtag #Autorenwahnsinn sucht, findet ihr viele Autoren, die aus dem Nähkästchen plaudern. Dabei könnt ihr natürlich auch viele für euch unbekannte Schriftsteller entdecken!
Und die Autoren unter uns fühlen sich am Schreibtisch vielleicht nicht mehr ganz so einsam und unverstanden …

Tag 1 – Woran schreibst du diesen Sommer?

Aktuell schreibe ich einerseits an einem neuen Liebesroman, der in den schottischen Highlands spielt.
Andererseits – und das ist ja hier an dieser Stelle viel interessanter – arbeite ich am ersten Teil meiner neuen Krimi-Reihe.
Im Moment bin ich noch dabei, die Figuren auszuarbeiten. Das nimmt natürlich viel Raum in Anspruch, denn diesmal steht keine Ermittlerin im Mittelpunkt wie Natascha Krüger aus Knochenfinder und Kuckucksbrut, sondern eine Psychologin.
Weil eine Psychologin natürlich nicht reihenweise Kriminalfälle lösen kann, braucht sie auch ein glaubwürdiges Umfeld. Das wiederum bedeutet, dass ich ziemlich viele Personen erfinden muss, die ihr Gutes und weniger Gutes wollen. Und sie braucht Menschen, die ihr zur Seite stehen und ihr Steine in den Weg legen sowie Figuren, die sie nur eine kurze Zeit begleiten. Damit das keine Pappkameraden werden, müssen sie lebendig werden und brauchen ebenfalls eine Biografie.
Ach ja – einen ordentlich ausgearbeiteten Fall braucht meine Psychologin natürlich auch, schließlich möchte ich mit meinen Bücher in erster Linie unterhalten.
Ihr seht also: Langweilig wird mir bestimmt nicht!

Tag 2 – Dein Schreibziel für den August

Momentan bin ich noch mit den Figuren und vor allem der Recherche beschäftigt.
Für die kommende Woche habe ich bereits einen Termin mit einem Zeitzeugen ausgemacht. Gemeinsam mit ihm werde ich einen wesentlichen Handlungsort besuchen (der nicht im Siegerland liegt!) und außerdem ganz schön viel im Internet recherchieren.
Mein Monatsziel für August ist also: den Plot wasserdicht bekommen, ein ausgereiftes Exposé verfassen und vielleicht auch schon die ersten Kapitel schreiben.

Ein Monat bei Twitter

Rotkehlchen, Rotbrüstchen, ZwitschernDie Vorgeschichte

Okay, zugegeben: Mein jetziger Twitter-Account ist nicht mein erster.
Seit letztem Herbst zwitschert mein Pseudonym auf einer anderen Leitung, aber, wenn ich ehrlich bin: nur mäßig erfolgreich.
Irgendwie hab ich mich dabei nicht wirklich wohl gefühlt. Es war, als ob man alleine auf eine Party geht, bei der man manche Leute zwar vom Sehen kennt, aber niemanden richtig. Überall stehen und sitzen Menschen in Kleingruppen zusammen, man unterhält sich und lacht miteinander, jemand stellt eine Runde Getränke in die Mitte und die anderen bedienen sich. Ab und zu sagt man mal was , aber die Reaktionen darauf bleiben eher verhalten.
Kurz: Ich war verkrampft, und das hat man auch gemerkt.
Twitter ist wohl nichts für mich, dachte ich mir und begann, meinen Account zu vernachlässigen.

Dann kam das Literaturcamp in Heidelberg

Was es mit dem LitCamp auf sich hat, erzähle ich gerne in einem anderen Beitrag. Kurz zusammengefasst ist es ein sehr unkonventionelles Aufeinandertreffen von Büchermenschen, die Vorträge und Diskussionsrunden füreinander anbieten, Netzwerkpflege betreiben und den eigenen Horizont gehörig erweitern. Und Spaß macht es auch noch.

Schon zu Beginn kam offiziell der Wunsch, zu twittern, was das Zeug hält.
Das ging auch sofort auf, denn an beiden Tagen hat der Hashtag #Litcamp17 die Server zum Glühen gebracht. So konnte man – und die gesamte Twitter-Welt dazu – indirekt an jeder Session teilhaben, auch wenn man gerade in einer anderen, nicht minder interessanten, saß.
So langsam bekam ich ein Gefühl für Twitter und beteiligte mich zaghaft.
Entscheidend für Twitter und mich waren dann aber Vorträge und Diskussionen über das Medium an sich, über seine Möglichkeiten und, auch wenn das simpel klingt, seine Funktionsweise.
Zuerst twitterte noch mein Pseudonym, aber kaum war ich zu Hause, habe ich mir einen neuen, einen „echten“, Account angelegt. Jetzt findet man mich dort unter Melanie Lahmer und @siegenkrimi.

Der Durchbruch

Dank des tollen Inputs in Heidelberg habe ich Twitter endlich verstanden und nutze es seither auch regelmäßig und gern. Denn eines habe ich gelernt: Bei Twitter gibt es keine geschlossenen Gruppen (okay, die gibt es auch, aber die spielen normalerweise nur eine untergeordnete Rolle). Twitter ist eine offene Gesellschaft für alle, die Lust darauf haben.
Wenn da ein paar Leute am Tisch sitzen: Setz‘ dich einfach dazu. Wenn sie ein spannendes Thema diskutieren: Bring‘ dich ein. Erzählt jemand etwas Witziges, dann lach‘ mit ihm, sucht jemand Trost oder Rat, dann hilf‘ einfach. Oder sag‘ etwas Nettes oder Aufbauendes. Oder erzähl‘ von dir und dem, was dir durch den Kopf geht.
Du wirst sehen, dass du normalerweise mit offenen Armen und Ohren empfangen wirst, dass da immer Leute am Tisch sitzen, die sich über deine Anwesenheit freuen. Und wenn es doch nicht passt, stell‘ dich zu einer anderen Gruppe.

So einfach ist das?

Ja, im Grunde schon. Aber man kann natürlich auch einiges falsch machen und dafür sorgen, dass dann doch niemand zuhört, wenn man mit am Tisch sitzt.
In Autorenkreisen (und vermutlich auch anderswo) kursiert der Tipp, seine Auftritte bei Facebook und Twitter zu verbinden, um Zeit und Energie zu sparen. Dann erscheint jeder FB-Eintrag automatisiert bei Twitter oder umgekehrt.
Das klingt erstmal praktisch, zeigt aber, dass diejenigen Twitter nicht begriffen haben. Wer Twitter nutzt, weiß, was ich meine. Das sind dann Tweets, die mitten im Satz abbrechen und zu FB verlinken. Aber – wie oft klickt ihr den Link an? Wie häufig werden solche Tweets geliket, beantwortet oder gar retweetet? Fast nie.
Das liegt einfach daran, dass man auf Facebook und Twitter unterschiedlich kommuniziert. Bei Twitter muss man in 280 Zeichen auf den Punkt kommen, während man bei Facebook endlos schwafeln kann. Twittern ist eine gute Schreibübung, um konkret zu werden.
Twitter und Facebook zu verbinden ist so, als würde man sich mit verschränkten Armen in den Türrahmen stellen und davon erzählen, wie toll doch die andere Gesellschaft ist.
Und das wirkt weder einladend noch sympathisch und funktioniert in der Regel nicht. Zumindest nicht, wenn man Twitter als Netzwerk nutzen möchte.

Mein Tipp an alle Autorenkolleginnen und -kollegen:

Nutzt Twitter, weil ihr twittern wollt und nicht, um möglichst bequem Inhalte bei euren Followern abzuladen.
Das ist unpersönlich und ihr seid eure Follower schneller wieder los, als ihr sie gewonnen habt. Oder euer Account verkommt zu einer Datenleiche, was dem, was ihr eigentlich beabsichtigt habt, konträr entgegensteht.
Twitter ist ein tolles Medium, aber es will auch gepflegt werden. Genau wie alle anderen Webauftritte auch. Dann lieber auf den Twitter-Account verzichten, als einen Datenfriedhof anzulegen. Davon gibt es schon genug.

Ich wünsche euch viel Vergnügen!

Herzlich willkommen!

Krimis aus Siegen – war da nicht was?
Ja, genau!
2012 und 2015 erschienen meine beiden Kriminalromane „Knochenfinder“ und „Kuckucksbrut“ bei Bastei Lübbe und machten das Siegerland zu einem bundesweit gefragten Krimi-Schauplatz.
Natascha Krüger, junge Kriminalkommissarin mit Wurzeln im Rheinland, machte sich gemeinsam mit ihren Kollegen Hannes Winterberg und Jörg Lorenz daran, spannende Kriminalfälle rund um Siegen zu lösen.

Weil ich in Wirklichkeit aber eine ganz nette und keineswegs kriminell veranlagte Person bin, habe ich in den Jahren 2016 und 2017 mehrere Liebesromane unter Pseudonym veröffentlicht. Das hat meinen schriftstellerischen Horizont stark erweitert, allerdings schlichen sich immer wieder Leichen und hinterlistige Verbrecher in meine Manuskripte, denen ich mit dem Rotstift einen Platzverweis erteilen musste.
Spätestens da wurde mir klar, dass mich der Krimi keineswegs losgelassen hatte. Und ich ihn auch nicht.
Als dann auch die Nachfragen interessierter Leserinnen und Leser nach neuen Siegen-Krimis einfach nicht nachließen, bin ich schwach geworden. Und habe die Leiche, die sich da einfach in mein Manuskript gelegt hat, dort gelassen.

Für meine neuen Siegen-Krimis habe ich eine neue und hoffentlich interessante Hauptfigur erschaffen: Nike Klafeld, psychologische Psychotherapeutin, die sich klug, hilfsbereit und manchmal auch unkonventionell zu einer wichtigen Ansprechpartnerin für die Polizei entwickelt.
Wie ihr das gelingt und warum sie gleich beim ersten Fall so eine wichtige Rolle in den Ermittlungen spielt, erfahren Sie im Sommer 2018, wenn der erste Band der neuen Reihe erscheint.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Vergnügen mit den Texten über Siegen und das Siegerland, über Krimis und das Schreiben allgemein und freue mich über viele Besucher und Freunde!

Wenn Sie nichts verpassen möchten, können Sie sich gern für meinen Newsletter eintragen oder Mitglied der Facebook-Gruppe „Siegerland-Krimis“ werden.

Herzlich,
Melanie Lahmer

 

PS: Weil es unter Bloggern und im Internet generell üblich ist, sich zu duzen, werde ich in den Beiträgen auf das förmliche Sie verzichten und wünsche Ihnen und euch eine gute Zeit!