Interview mit Ricardo Orlando und Melanie Lahmer

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Neulich war ich zu Besuch bei Fotograf und Videograf Ricardo Orlando im Studio DiWerk in Netphen. Wir hatten einen ziemlich witzigen Vormittag und Ricardo hinterher ganz schön viel Arbeit, um das Video zu schneiden!

Interview mit Ricardo Orlando im DiWerk

Wenn ihr also schon immer mal wissen wolltet, wie das bei mir mit dem Schreiben und Veröffentlichen so läuft und euch überhaupt mal ein Bild davon machen wollt, wer sich hinter diesem Blog verbirgt – dann schaut euch das Video auf YouTube an!

Nehmt ein bisschen Zeit mit oder lasst es als Podcast ohne Bild laufen – viel Vergnügen mit Ricardo und mir!


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„Unter der Mauer“ ist veröffentlicht!

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Endlich ist es soweit – die erste Welle meines neuen Krimis ist erschienen!

Eine verschwundene Studentin. Eine unüberwindbare Grenze. Und ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre lang ungesühnt bleibt.
Der neue Siegerland-Krimi.
Nike Klafelds erster Fall

Seit heute könnt ihr das E-Book bei Amazon kaufen (Klick hier), die Taschenbücher sind ab Anfang November erhältlich (ihr werdet es auf jeden Fall erfahren!) und die dritte Welle, die E-Books für alle anderen Reader (also z.B. Tolino), startet dann im Januar 2020.

Bis es auch für die Tolino-Leserinnen und -Leser soweit ist, können die KindleUnlimited-Abonnentinnen loslegen und Nike auf der Suche nach der Vergangenheit begleiten.

Ihr seht also, ich habe an alle gedacht!
:)

Jetzt wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen!

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Unter der Mauer – Leseprobe

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Unter der Mauer - Leseprobe


1. Juli 1984

Liebe Mutti, lieber Vati!
Wenn ihr diesen Brief lest, bin ich nicht mehr da.
Ich habe mich entschieden, ein neues Leben zu führen.
Sucht nicht nach mir, denn ihr werdet mich nicht finden. Ich habe alle Spuren verwischt, um euch nicht mit unnötigem Wissen zu belasten.
Ich weiß, dass meine Entscheidung Konsequenzen haben wird. Auch für euch. Doch ich kann nicht anders. Leider kann ich euch keine Erklärung geben und hoffe auf euer Verständnis.


Ich werde immer an euch denken,
eure Michi

Kapitel 1

»Hey, Nike, fang!«
Lukas warf ihr einen Flaschenöffner zu, den sie geschickt aus der Luft fing.
»Das war knapp!«, rief Nike lachend. Mit einem Plopp öffnete sie die Flasche Bier und hob sie den anderen zum Zuprosten entgegen.
»Auf Pigs and Pearls und den alten Probenraum!«
Sie nahm einen Schluck und schüttelte sich. Das Bier war lauwarm, aber das machte an einem Abend wie diesem nichts. Heute ging es um Erinnerungen, nicht um Gaumenfreuden.
Obwohl der Probenraum eine Zeitlang wie ein zweites Zuhause für sie gewesen war, musste die Band genau wie alle anderen Mieter der Bunkerräume auch, ihr Domizil verlassen. Das Gebäude aus Kriegszeiten war von einer Immobiliengesellschaft aufgekauft worden und sollte nun zu einem extravaganten Wohngebäude ausgebaut werden.
»Feier die Feste, wie sie fallen«, stimmte ihr Bandkollege Jute an und imitierte mit seinen Fingern einen imaginären Basslauf.
»Feier die Feste wie sie fallen, heut‘ ist der beste Tag von allen …«
Nike nahm den Gesang auf, ihre Bandkumpels stimmten ein und plötzlich lagen sie sich in den Armen und sangen den Song, der auf keinem ihrer Konzerte fehlen durfte.
Es half, nicht allzu melancholisch zu werden.
Nach der letzten Strophe löste sich Nike aus der Umarmung und trank von ihrem Bier. Dabei ließ sie den Blick durch den Raum schweifen, über die alten, bunten Teppiche auf dem kalten Betonboden und die Bandposter an den Wänden, bis er an den unzähligen Eierkartons hängenblieb.
»Ich hab die Dinger ja immer gehasst. Die sehen schäbig aus und bringen nichts.«
Mit dem Finger drückte sie eine Erhebung ein, dann noch eine.
»Wie alt sind die überhaupt? Die kleben doch bestimmt noch von der allerersten Band aus den Achtzigern oder so hier.«
Lukas stellte seine Bierflasche auf den Boden und griff mit beiden Händen an den schmalen Rand der Pappe, um sie abzureißen. Sie hatten den Probenraum mitsamt Eierkartons übernommen und sie aus lauter Faulheit an den Wänden gelassen. Dass sie nicht zur Schalldämmung taugten, hatten sie von Anfang an gewusst.
Er riss eine große Lücke in die Wandverkleidung und warf die Reste in Jutes Richtung. Der duckte sich einfach, sodass die Pappe vor Nikes Füßen landete.
»Vorsicht! Zerbrechlich!«
Sie schüttelte den nächsten blauen Müllsack auf, um die Pappstücke darin zu sammeln. Es tat gut, so ausgelassen in dem alten Probenraum herumzualbern. Das linderte die leichte Wehmut, die Nike überkommen hatte. Kein Wunder, immerhin waren sie in diesem Raum in den letzten vier Jahren zu einer richtig coolen Truppe zusammengewachsen.
»Ich wäre ja gern noch hiergeblieben.«
Lukas holte sich noch ein Bier aus der Kiste in der Ecke. »Wir hatten echt eine schöne Zeit hier.«
»Ach, wir werden schon einen neuen Raum finden. Wart’ nur ab!«
Nike prostete ihrem Mann zu, obwohl sie nicht so optimistisch war, wie sie vorgab. In letzter Zeit hatten sie nur noch wenig geprobt, weil Gitarrist Rob und Lukas bei der Siegener Kripo zunehmend mehr Überstunden machen mussten. Diesen Freitagabend hatten sie sich freigehalten, um auf gebührende Weise von diesem Teil ihrer Bandgeschichte Abschied zu nehmen.
»Hey, ihr beiden, hockt hier nicht so faul rum!«
Jutes übersprudelnde Energie war ansteckend. Zu fünft zerrten und zogen sie an den hartnäckig verklebten Eierkartons. Der Haufen in der Mitte wurde immer größer, die Kiste Bier in der Ecke leerte sich.
»Hey, schaut mal!«, rief Jute. »Hier hat wohl jemand alte Liebesbriefe versteckt!«
Er hielt ein paar zerrissene Seiten in die Höhe. »Ob das hier mal ein heimliches Liebesnest war?«
»Das würde dir gefallen!«
Lukas schüttelte lachend den Kopf und begann, Eierkartons in einen blauen Müllsack zu füllen.
»Soll ich euch mal ein paar Zeilen vorlesen?«
Jute hielt die Zettel gegen die Leuchtstoffröhre an der Decke und verengte die Augen.
»Das ist mit Bleistift geschrieben, das kann ich ja kaum entziffern.« Er schwieg einen Moment, dann las er mit gerunzelten Brauen vor. »Ich weiß zwar immer noch nicht, wo ich bin, aber das Mineralwasser heißt Rothaarquelle und … Mehr kann ich nicht lesen. Und das bisschen hier auch nur mit viel Fantasie.«
»Also, dass man nicht weiß, wo man aufwacht, kann ich mir ja noch vorstellen. Aber dann weiß ich zumindest grob, in welcher Region ich mich befinde«, antwortete Lukas lachend. Er nahm einen Schluck Bier und kratzte mit der Spachtel ein paar hartnäckige Pappreste von der weiß getünchten Wand.
»Ja, der Herr von der Kripo weiß eben nicht, wie so ein richtiger Absturz aussieht. Als ich damals in Berlin …«, begann Keyboarder Pit, doch Nike unterbrach ihn.
»Keine Zivi-Geschichten, Pit. Bitte! Wir haben alle mittlerweile mindestens acht Mal gehört.« Sie ging zu Jute, der ihr die zerknüllten Seiten in die geöffnete Hand legte.
»Da sind noch mehr Blätter«, antwortete er. »Wenn du sie lesen willst, musst du das Zeug wohl erstmal sortieren. Die Zettel und Schnipsel hängen nicht zusammen und sind teilweise zerrissen.«
Der blonde Bassist griff an den Rand des nächsten Kartons, unter dem noch mehr Blätter hervor segelten und auf dem Boden landeten.
»Oh, das scheint ein Nest zu sein. Bitteschön.«
Er ging ein paar Schritte zur Seite, um an einer anderen Stelle weiterzumachen.
»Vielleicht sind das ja abgelegte Songtexte einer unserer Vorgängerbands«, mutmaßte Jute und riss an der nächsten grauen Pappe. »Wenn sie gut sind, peppen wir das Ganze auf und machen einen coolen Song draus.«
Nike bückte sich und hob die Seiten auf, doch Jute war schon längst wieder mit dem Abriss beschäftigt.
»Warum versteckt denn jemand so viele beschriebene Seiten hinter der Wandverkleidung?«
Sie hielt die Seiten gegen das Licht. Das Papier war leicht vergilbt, die aufgedruckten Linien eng mit Bleistift beschrieben.
Hätte ich es ahnen können?
Offensichtlich waren die Blätter aus einem Heft oder Buch herausgerissen worden.
»Heb sie doch auf und kleb sie zusammen. Vielleicht sind sie ja wirklich zu gebrauchen«, antwortete Lukas, ohne aufzusehen.
»Und wenn es Tagebucheinträge sind, die niemand lesen soll?«
Sie sammelte die Zettel trotzdem auf.
»Dann schmeiß sie einfach weg. Ist doch egal.«
Lukas warf eine weitere Handvoll Pappe in den Müllsack.
Doch hinter dem nächsten Karton verbargen sich noch mehr Blätter.
Vorsichtshalber verstecke ich die beschriebenen Seiten …
Nike hob sie auf und steckte sie in ihre Gesäßtasche. Vielleicht war es das Bier, vielleicht die ausgelassene Stimmung, vielleicht auch die unterschwellige Traurigkeit, den Probenraum verlassen zu müssen.
Doch die wenigen Sätze regten etwas in ihr an, das sie noch nicht greifen konnte. Sie würde sich morgen damit beschäftigen.

Leipzig, 13. Juni 1984

Es war einer der wenigen schönen Tage in diesem Juni, entsprechend kühl war das Wasser im Kulkwitzer See. Doch das interessierte viele Leipziger nicht, denn die Liegewiesen und Strände an den Ufern des »Kulki« waren überfüllt mit Menschen, die genug von dem ewigen Regen hatten.
»Wer zuerst im Wasser ist!«
Thomas sprang von der Decke auf und rannte auf den See zu.
»Das ist unfair!«, rief Michaela, rappelte sich auf und lief hinter ihm her. Ehe sie ihn erreichte, war er mit einem Hechtsprung im Wasser gelandet und untergetaucht. Michi sprang kopfüber hinterher, als würde nicht auf sämtlichen Schildern am Ufer davor gewarnt.
»Was ist mit dir?« Annett schaute zu Karsten, der entspannt neben ihr sitzen geblieben war und den beiden hinterherblickte. »Keine Lust auf einen kleinen Wettstreit?«
Er richtete sich auf und stützte sich mit den Händen hinter dem Körper ab.
»Ich bleib lieber hier bei dir.«
Dabei sah er ihr direkt ins Gesicht und Annett spürte, wie eine leichte Röte ihre Wangen überzog. Schnell blickte sie nach vorne zum See, wo Thomas gerade ihre Schwester in die Höhe hob, um sie gleich danach ins kalte Nass des Kulkwitzer Sees fallenzulassen. Michi schrie auf und bespritzte ihn mit Wasser, woraufhin er untertauchte und sie von unten umfasste und zu sich zog. Michi kreischte erneut, doch Thomas brachte sie mit einem langen Kuss zum Schweigen.
»Süß, die beiden, oder?«
Karsten legte sich auf die Seite, stützte seinen Kopf mit der Hand und spielte mit einem Grashalm am Saum von Annetts Handtuch.
»Dabei hätte ich am Anfang nie geglaubt, dass das was wird mit ihnen. Deine Schwester hat sich ja wirklich lange gesträubt. Thomas musste sich ziemlich für sie ins Zeug legen.«
»Michi liebt eben ihre Freiheit. Da hat sie ihren eigenen Kopf.«
Annett lachte und blickte auf seine Hand, die langsam näher kam. Der Grashalm kitzelte, als Karsten damit die nackte Haut an ihrem Oberschenkel berührte. Ein Kribbeln zog durch ihren Bauch, vorsichtig strich sie mit ihren Fingerspitzen über Karstens Handrücken.
»Hey, ihr beiden, kommt doch auch ins Wasser! Es ist total erfrischend!«
Michis Ruf zerstörte den kleinen, schüchternen Moment und er zerplatzte wie die zarte Membran einer Seifenblase. Annett zog ihre Hand zurück, Karsten setzte sich wieder auf, als hätte Michaela sie bei einer Ungezogenheit ertappt.
Dabei war das Quatsch, denn vor Michi brauchten sie sich wirklich nicht zu schämen. Wenn Annett daran dachte, was sie ihr manchmal abends vor dem Einschlafen erzählte … Doch in den letzten Wochen hatte ihre Schwester sich verändert, war oft nachdenklich und tat abends, als würde sie ganz schnell einschlafen. Dabei hörte Annett, wie sie sich unruhig im Bett wälzte.
»Na, was meinst du?« Karsten zwinkerte ihr verschwörerisch zu. »Ein paar Schwimmzüge zum Abkühlen?«
Ehe Annett antworten konnte, war er auch schon aufgestanden und mit einem eleganten Sprung im Wasser gelandet. Mit einem verwirrenden Gefühl von Vorfreude und Sehnsucht folgte sie ihm.
Michi, Thomas, Annett und Karsten alberten gemeinsam im See herum, duckten sich unter, bespritzten sich mit Uferschlamm und Seewasser und erzählten sich später anzügliche Witze, während sie sich auf ihren Handtüchern von der Sonne trocknen ließen.
Es war einer der ersten heißen Tage des Jahres und Annett glaubte, dass ihr Glück niemals enden würde.

Kapitel 2

»Guten Morgen!«
Lukas stand in der Schlafzimmertür und hielt zwei dampfende Tassen in der Hand. »Kaffee?«
Ohne auf Nikes Antwort zu warten, stellte er eine der beiden Tassen auf ihren Nachtschrank und kroch neben sie unter die Bettdecke.
»Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit, dich zu wecken?«, hauchte er in ihr Ohr. Seine Fingerspitzen strichen über ihren Nacken. Wohlige Gänsehaut breitete sich auf ihrem Oberarm aus und sie seufzte. Es war lange her, dass Lukas sie so sanft geweckt hatte; frühmorgendliche Zärtlichkeiten waren vom Alltag verdrängt und erstickt worden.
Andererseits war sie schrecklich müde. Sie hatten bis nach Mitternacht im Probenraum aufgeräumt, der nun völlig leer und kahl war. Ein unpersönlicher, grauer und mit altdeutschen Ziffern versehener Raum in einem Hochbunker aus Stahlbeton. Irgendwie gruselig.
Anschließend war sie in einem zähen Traum gefangen gewesen, in dem sie die Papierschnipsel entziffern wollte, die ihr aber immer wieder aus der Hand gerutscht und zu Boden gesegelt waren. Sie hatte sich so oft hin- und hergewälzt, dass sie sich nun wie gerädert fühlte.
Lukas‘ Hand wanderte vom Nacken zu ihrer Brust, sein Atem ging flach und streifte ihr Ohr. Doch Nike war nicht in Stimmung, die Bilder des gestrigen Abends waren zu stark, das Bier hinterließ ein flaues Gefühl im Magen.
»Der Kaffee duftet verführerisch«, murmelte sie und wand sich aus Lukas‘ Armen. Sie klopfte ihr Kopfkissen zurecht und legte es sich in den Rücken, so dass sie in bequemer, aufrechter Position ihren Wachmacher genießen konnte.
»Ja klar, der Kaffee.«
Sie merkte Lukas die Enttäuschung an, auch wenn er sie vor ihr verbergen wollte.
»Es hat nichts mit dir zu tun«, erklärte sie deshalb und drückte ihm einen Kuss auf die stoppelige Wange. »Ich bin wegen gestern noch so aufgewühlt.«
»Schon gut«, erwiderte Lukas. Er lehnte sich ebenfalls gegen die Kopfstütze des Bettes. »Wir sind ja schließlich keine zkpywanzig mehr.«
Er klang beleidigt, doch Nike wollte sich nicht von ihm unter Druck setzen lassen. Denn auch in diesem Punkt hatte er recht; sie waren keine zwanzig Jahre alt, sondern vierzig. Knapp.
»Ich muss noch den Nudelsalat für Hajos Geburtstag morgen vorbereiten. Brigitte bekommt sonst einen Anfall, schließlich ist der Salat fest eingeplant. Und du weißt ja, wie sie ist.«
Lukas seufzte, schwieg aber und nippte an seinem Kaffee.
»Malte wollte übrigens nicht mitkommen, ich habe ihn aber dazu verdonnert«, erklärte sie. »Immerhin wird sein Opa neunundsechzig.«
Lukas hatte die Beine aufgestellt, sie legte eine Hand auf seinen Oberschenkel. Erst beim Kontakt mit Lukas‘ Körperwärme merkte sie, wie kalt ihre Finger waren. Doch Lukas ließ sich nichts anmerken und trank seinen Kaffee, als wäre es die verantwortungsvollste Aufgabe an diesem Samstagvormittag.
Langsam zog sie die Hand zurück. Die Stimmung zwischen ihnen war futsch. Doch Nike hatte keine Lust, sie zu kitten. Nicht schon wieder. Dann sollte Lukas eben seinen Kaffee in der Schmollecke trinken.
»Du weißt ja, wo du mich findest.«
Entschlossen stand sie auf und ging barfuß in die Küche, um den Nudelsalat vorzubereiten und sich von dem unschönen Tagesbeginn abzulenken.
Während die Nudeln kochten, zog sie sich im Badezimmer um und machte sich frisch. Beim Zähneputzen fiel ihr Blick auf die Jeans vom Vorabend, die über dem Badewannenrand hing. Ein Schnipsel lag zerknittert auf den Fliesen. Nike bückte sich und hob das Papier auf.
Was hatte sie da nur gestern Abend geritten, dass sie die ganzen Schnipsel und Blätter aufgehoben und in die Tasche gesteckt hatte? Ein akuter Anfall von Melancholie, dachte sie und grinste mit der Zahnbürste im Mund.
Lukas und die anderen hätten das Papier einfach in den Müllsack gesteckt und weggeworfen; sie hingegen hatte sich von ihrer Neugier leiten lassen. Es war natürlich nicht die feine Art, in einem fremden Tagebuch zu stöbern – andererseits gab es vielleicht auch jemanden, der sich über diese wahrscheinlich längst vergessenen Fragmente seines Lebens freuen würde.
Sie wusch ihr Gesicht und wuschelte sich durch die weißblonden Haare. Später, wenn der Nudelsalat fertig war, würde sie die einzelnen Blätter sortieren.

[…] Ende der Leseprobe

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Die Coverentwürfe für den neuen Siegerland-Krimi sind da!

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Hach, ich würde das Cover für meinen nächsten Siegerland-Krimi am liebsten schon überall zeigen, aber das geht aus verschiedenen Gründen noch nicht.


Einer davon ist, dass ich mich nicht zwischen zwei Entwürfen entscheiden kann.
In meiner Facebook-Gruppe „Siegerland-Krimis“ – und damit in einem halbwegs persönlichen Rahmen – werde ich sie allerdings in den nächsten Tagen zur Auswahl stellen und ihr dürft dann abstimmen, welche Variante euch besser gefällt.
Ihr könnt gern jederzeit der Gruppe beitreten, ich freue mich immer auf neue Leute. Wer nicht bei Facebook ist, hat leider ein bisschen Pech und muss warten, bis die Entscheidung getroffen ist.
Bevor dann alles ganz öffentlich wird, zeige ich das Cover aber schon im nächsten Newsletter. Der wird demnächst noch unbenannt, weil „Newsletter“ irgendwie aufdringlich und nach Werbung klingt.
Aber eigentlich ist er eine Art digitales Magazin und ich finde, das sollte sich auch im Namen niederschlagen.
Abonnieren könnt ihr ihn aber natürlich nach wie vor unter dem Namen „Krimi-Newsletter“. Einfach hier: Klick.

Wir lesen uns!

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Neues vom Schreibtisch

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Vom unspektakulären Romanschreiben …


Bei der oberflächlichen Durchsicht meines Blogs könnte man den Eindruck bekommen, ich ginge nur wandern …
Auch wenn es toll wäre, fürs Wandern Geld zu bekommen, täuschen meine Beiträge aber nur über das manchmal recht ereignislose Romanschreiben hinweg.
Doch, ehrlich: Meistens ist es ziemlich unspektakulär.
Ich sitze mit einer Tasse Kaffee (Apropos Tasse – ach nee, das erzähle ich später noch) und eingestöpselten Ohrhörern vor meinem Laptop und lese entweder das bisher Geschriebene oder verfasse Neues. Häufig lösche ich einzelne Wörter, Sätze oder Passagen oder ich feile daran herum, bis sie besser klingen.
Manchmal muss ich nachrecherchieren oder Fragen notieren, auf die ich später eine Antwort suche.

… und den anderen Tagen

Ja, und dann – dann gibt es noch die anderen Tage.
Schreibtage, an denen es nur so flutscht, an denen mir die Geschichte aus den Fingern fließt und ich mit dem Schreiben kaum hinterherkomme (und das, obwohl ich das Zehn-Finger-System beherrsche!).
Das sind die tollen Momente. Dann wird mein Kaffee kalt und ich merke gar nicht, dass aus den Ohrhörern gar keine Musik mehr kommt, dass das Feuer im Kamin ausgegangen ist und mein Magen schon vernehmlich knurrt. Dann übererfülle ich mein Wortsoll und fühle mich nach ein paar Stunden ausgelaugt, aber glücklich.

Die Siegerland-Krimis-Tasse

Die Siegerland-Krimis-Tasse

Und irgendwo dazwischen sind dann die Tage und Momente, die ich für all die Dinge aufwenden muss, die nichts unmittelbar mit dem Schreiben zu tun haben.
Wenn ich zu viel Zeit bei Facebook, Twitter und Instagram (und neu: Pinterest!) verbringe. Wenn ich Rechnungen schreibe, Termine koordiniere oder mich einfach mit Kolleginnen und Kollegen austausche.
An diesen Tagen designe ich zum Beispiel Tassen, so wie diese auf dem Bild.
Schön schlicht, oder?
Ich habe sie für anstehende Gewinnspiele bestellt, aber auch für die tollen Unterstützer dieses Blogs (auf meiner Steady-Seite – du kannst gerne mal vorbeischauen!).

Buchsatz für 11 Schritte ins Glück

Im vergangenen Jahr habe ich mich in die Kunst des Buchsatzes eingearbeitet.
Das war sehr frickelig, hat mir aber erstaunlich viel Spaß gemacht. Und ich habe erstmals verstanden, welch große Rolle der Buchsatz für das Lesevergnügen bereitet.

Der Probedruck

Der Buchsatz ist ein bisschen mit der Raumtemperatur oder der idealen Beleuchtung zu vergleichen: Wenn sie passt, fühlt man sich wohl, ohne dass man genau sagen könnte, woran es liegt. Man bemerkt es meist erst dann, wenn irgendwas nicht stimmt. Zu heiß, zu kalt, zu hell, zu dunkel. Oder schwierig zu lesen, zu viel Text auf der Seite, zu geringe Abstände, unpassende Schriftart oder -größe.
Aktuell setze ich gerade meinen Nachhaltigkeits-Ratgeber „11 Schritte ins Glück„.
Vor ein paar Tagen kam der Probedruck und ich habe noch einzelne Punkte gefunden, die nicht ganz optimal sind. Also werde ich bis Ende der Woche noch an Satz und Cover feilen, und dann geht es ab in die Druckerei – und damit dann hoffentlich auch bald zu euch!
Spätestens Ende Februar dürfte das – überarbeitete und aktualisierte – Taschenbuch dann im Handel (und bei mir) erhältlich sein.

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Newsletter abonnieren und E-Book gewinnen!

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Siegtropfen – Ein weihnachtlicher Kurzkrimi

Geheimnisvolles geschieht auf der Weihnachtszeitreise, dem historischen Weihnachtsmarkt im Rothaargebirge.
Joschi steht wie immer mit seinem Büdchen im Bad Berleburger Schlosshof – doch in diesem Jahr hat er eine ganz besondere Auslage …

Am Nikolaustag erscheint der nächste Newsletter.
Auch in diesem Jahr verlose ich unter allen Abonnenten meines Newsletters 3 E-Books* von „Siegtropfen“, dem Siegerlandkrimi, der es in sich hat …

Das lohnt sich in mehrfacher Hinsicht, denn man kann das E-Book nicht kaufen, sondern nur bei mir gewinnen! :)

Zur Anmeldung geht es hier entlang; der Newsletter erscheint am 06.12.2018.

Ich drücke euch allen die Daumen und wünsche euch viel Vergnügen!

*im Wunschformat: ePub, mobi oder pdf, man kann das E-Book auf jedem elektronischen Gerät lesen (Reader, Smartphone, Tablet, PC …)

 

 

Das Kleingedruckte:
Das Gewinnspiel endet am 06.12.2018 um 10 Uhr. Teilnehmen kann jeder, der sich für den Siegerland-Krimis-Newsletter einträgt. Der Gegenwert des E-Books kann nicht in Euro ausgezahlt werden. Die Gewinner werden nach dem Zufallsverfahren ausgelost und schnellstmöglich benachrichtigt. Sie erklären sich damit einverstanden, mit ihrem Vornamen (und ggf. dem Ort) im Newsletter erwähnt zu werden.
An den Gewinn sind keine weiteren Bedingungen geknüpft.

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Die Skriva Autorentagung in Köln

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Autorinnen-Glück

Neulich hatte ich – endlich mal! – grandioses Losglück.
In Köln fand erstmals die Skriva: Autorentagung statt, und ich schlawenzelte auch eine Weile um das Anmeldeformular herum, weil die Vorträge und Workshops einfach super klangen. Da ich aber in diesem Jahr relativ viel unterwegs war und sein werde, habe ich mich letztlich doch gegen eine Teilnahme entschieden.
Allerdings wurde ein paar Tage vor der Veranstaltung ein Platz verlost, weil die vorherige Gewinnerin doch nicht teilnehmen konnte. Da musste ich natürlich nicht lange überlegen – und wurde prompt ein paar Tage später ausgelost.
Hurra!

Von Pferden und Katzen

Die Runde war gut 40 Personen stark, und zu meiner großen Freude traf ich einige Kolleginnen wieder, die ich schon sehr lange nicht gesehen habe – zum Beispiel Sabina Altermatt aus Zürich, die mir in meiner Anfangszeit eine sehr hilfreiche Mentorin war.
Der Samstag bot mit insgesamt fünf Vorträgen ein spannendes Programm:

Schauspielerin und Krimiautorin Isabella Archan zeigte uns gleich zu Beginn der Veranstaltung Übungen, um sowohl die Stimme als auch die Körperhaltung zu stärken.
Anfangs etwas gehemmt, später deutlich gelöst, atmeten wir in unsere Hüften, knurrten unser Gegenüber an und gaben unziemliche Schnarchgeräusche von uns, bevor wir mit Stechmückenlauten und Pferdeschnauben sowohl Lippen als auch Stimmbänder lockerten.
Ich hoffe noch immer, dass niemand heimlich gefilmt hat.
Außerdem hatte sie hilfreiche Tipps für Lesungen – ich wusste beispielsweise nicht, dass kaltes Wasser Gift für angewärmte Stimmbänder ist. Es ist zwar logisch, ich habe aber nie darüber nachgedacht.
Auch gegen Aufregung gibt es allerlei Tricks, wie etwa die „Merkelraute“ oder das Stehen auf einem Bein. Von Lampenfieber vor Lesungen blieb ich bisher verschont, aber solche Tricks kann man ja auch in anderen Situationen anwenden.

Mitorganisatorin Elke Pistor ist nicht nur bekennender Katzen-Fan, sie weiß auch, wie man Blake Snyders „Rette die Katze“ anwendet. Drehbuchautor Blake Snyder hat aus dem in der Plotentwicklung bewährten Drei-Akt-Modell und der klassischen Heldenreise ein neues Handwerkszeug entwickelt: Save the Cat.
Details würden jetzt zu weit führen, ich hatte allerdings einige Aha-Momente, die mir definitiv beim aktuellen Krimi-Projekt weiterhelfen werden.
Zum besseren Verständnis haben wir dabei Passagen von „Zurück in die Zukunft“ geschaut. Ich bin ja immer wieder fasziniert, wie leicht man die meisten Hollywood-Filme, aber natürlich auch Romane, auf die Plot-Modelle herunterbrechen kann. Daraus resultiert sicher auch der Wunsch vieler Kolleginnen und Kollegen, selbst einmal ein Drehbuch zu schreiben.

Lutz Kreutzer, Organisator des Selfpublishing Days, führte kurz ins Thema Selfpublishing ein. Obwohl ich darin natürlich fit bin (schließlich verdiene ich mit meinem Pseudonym mein Geld in dem Bereich), habe ich noch Neues mitnehmen können.

Starke Figuren

Bettina Wüst Schlager stellte uns „Thea Script“ vor, eine Abwandlung der Transaktionsanalyse für Autoren.
Die Transaktionsanalyse ist ein Konzept aus der Psychologie, das auf einer bestimmten Theorie der Persönlichkeit basiert und mittels Kommunikation versucht, eigenes Verhalten zu reflektieren und abzuändern.
Thea Script bietet eine Art Werkzeugkasten für die Figurenerstellung, um ihnen Tiefe, Mehrdimensionalität und damit mehr Charakter zu verleihen.
Ein wahnsinnig spannendes Thema, das auf sehr große Resonanz stieß.
Am Sonntag fand ein dreistündiger Workshop dazu statt, den ich leider nicht besuchen konnte. Ich bin mir aber sicher, dass dort tolle Romanfiguren entstanden sind!

Zuletzt kam noch Volker Kutscher, Autor der Vorlage für Babylon Berlin, zu Besuch.
Mitorganisatorin Angela Eßer führte ein sehr unterhaltsames und sympathisches Gespräch mit ihm auf der Bühne.
Die Verfilmung der Kriminalromane aus den 1920er- und 30er-Jahre machte ihn berühmt, aber „Der nasse Fisch“, sein erster Gereon Rath-Roman, war nicht der Anfang seiner Schriftstellerkarriere. Volker Kutscher hat für sein großes Projekt viel gewagt, und obwohl es lange nicht danach aussah, hat sich sein Einsatz gelohnt.
Das Interview zeigt mal wieder, wie wichtig Ausdauer, Beharrlichkeit und der Glaube an sich selbst sind.
Am Ende habe ich mir natürlich auch ein Buch signieren lassen!

Den Abend ließen wir dann gemütlich in einem Brauhaus in der Kölner Südstadt ausklingen. Ich bin jetzt hochmotiviert, mich noch einmal ganz neu mit meinen Figuren und dem Plot für meinen nächsten Siegerland-Krimi auseinanderzusetzen!

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Interview im Kriminetz

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„Gibt es hier eine Sommerpause?“, höre ich euch schon fragen.
Eigentlich nicht.
Mein anderes Ich musste allerdings den demnächst anstehenden Romantic-Thriller beenden, damit er termingerecht ins Lektorat gehen konnte. Deshalb war es hier ein wenig still.
Ab Ende August werde ich mich intensiv und ausschließlich um den neuen Siegerland-Krimi kümmern, damit er auch wirklich Anfang nächsten Jahres erscheinen kann!

Interview im Kriminetz

Claudia Schmid vom Kriminetz hat ein schönes Interview mit mir geführt – über Verbrechen im Siegerland, Autorennetzwerke, das Literaturcamp in Heidelberg und Pilgern auf dem Jakobsweg.
Hier geht es zum Interview im Kriminetz: Sieben Fragen an Melanie Lahmer.
Ich wünsche euch viel Vergnügen beim Lesen und ein paar schöne Sommertage – bis bald!

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Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck

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Schneechaos in Leipzig

Die Buchmesse in Leipzig liegt nun hinter mir, und weil ich schon am Freitag Abend wieder abgefahren bin, hat mich auch das Schneechaos nicht erwischt.
Zum Glück, denn auch heute noch lese ich Berichte von Menschen, die Leipzig nicht verlassen können – wegen Schnee oder Eis oder einfach, weil die Züge wegen Überfüllung nicht fahren.
Dabei dachte ich immer, das alljährliche Winterchaos gäbe es nur bei uns im Siegerland …
:)
All jenen, die heute noch einmal die Messe genießen möchten, wünsche ich einen schönen, inspirationsreichen und motivierenden Tag!

Vorspann „Autoren unter Druck“

Die Podiumsdiskussion am Freitag auf der Lesebühne war ein Erfolg. Wir hatten viele Besucherinnen und Besucher und hoffentlich ein paar interessante Punkte. Leider war die halbe Stunde, die uns zur Verfügung stand, viel zu kurz für all das, was sich hinter „Spannungsliteratur unter Erfolgsdruck“ verbirgt.
Deshalb werde ich in den nächsten Tagen einen längeren Artikel zum Thema verfassen (Edit: Es wurde eine dreiteilige und in Autorenkreisen ziemlich erfolgreiche Reihe).
Anbei schon mal ein – leicht verschwommenes – Foto:
Podiumsdiskussion LBM18

Melanie Lahmer, Eva Almstädt, Roman Hocke, Janet Clark, Jens J. Kramer
(Fotografin: Regina Schleheck)

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