Seven Summits Siegen

Seven Summits Siegen? Was soll das sein?
Siegen wurde, wie einst Rom, auf sieben Hügeln erbaut.
Und wer die Berge liebt, kennt die Seven Summits – die jeweils höchsten Berge aller sieben Kontinente.
Was liegt also näher, als die Seven Summits nach Siegen zu holen und eine Tageswanderung daraus zu machen? Ganz ohne Gasflasche und Steigeisen, dafür aber mit tollen Ausblicken und bereichernden Anblicken.

Meine erste Gruppenwanderung

Henry vom Deutschen Alpenverein, Sektion Siegerland, arbeitete eine knackige Wanderung aus, um Siegens sieben Berge in einer Rundwanderung zu erklimmen.
Die Idee fand ich dermaßen bestechend, dass ich unbedingt dabei sein wollte, obwohl ich ja eigentlich passionierte Alleinwanderin bin. So kam ich also eher zufällig zu meiner ersten geführten Gruppenwanderung (Spoiler: Es wird auch nicht die letzte gewesen sein!).
Der September hat uns ohnehin mit viel Sonne verwöhnt, und so hatten wir auch an diesem Samstag Glück mit dem Wetter.
Treffpunkt war beim Café del Sol im Alchetal, gleich dort, wo sich der AndersRoom und die Minigolfanlage befinden.

Wir waren zu elft, und nach einer Vorstellungsrunde und einem kurzen Fußmarsch zum Warmwerden ging es direkt querfeldein hinauf auf den Fischbacherberg .
Hatte ich mir im Vorfeld gedacht, wir würden reguläre Wanderwege benutzen, wurde ich direkt eines Besseren belehrt. Aber das war auch gut und sollte auch den Rest des Tages so weitergehen.

Blick vom Fischbacherberg nach Süden

Fischbacherberg

Oben auf dem Fischbacherberg angekommen, erwartete nicht nur uns Teilnehmer eine Überraschung, sondern auch Henry als Wanderführer: Bei der letzten Runde stand oben auf der Kuppe noch ein (angeschlagener) Wald, mittlerweile liegt dort eine großflächig abgeholzte Brache. Hier hatte man offensichtlich mit schwerem Gerät gearbeitet, denn der Trigonometrische Punkt, den Henry uns eigentlich zeigen wollte, war kaputtgefahren und beschädigt worden und wir mussten ihn erst suchen und wieder aufstellen.
Trigonometrische Punkte dienen als Markierungspunkte bei Kartografie und Landvermessung, und da im Stadtgebiet keine Gipfelkreuze stehen, waren die Triangulationspunkte auf der Wanderung ein würdiger Ersatz – sofern sie noch da lagen, wo sie schon seit Ewigkeiten liegen sollten.

Trigonometrischer Punkt am Fischbacherberg, demoliert

Schon auf dem Fischbacherberg – also dem ersten von sieben – begann das allgemeine Staunen: „Hier war ich ja noch nie“, „Das ist unerwartet schön“, „So eine Ecke vermutet man hier gar nicht“ – das zog sich den ganzen Tag hin, denn Henry hat wirklich interessante Winkel ausgesucht und wir haben Stellen entdeckt, die wir von alleine vermutlich niemals aufgesucht hätten.

Rosterberg

Vom Fischbacherberg wanderten wir ins Tal zum „Stummen Loch“ an der Sieg und von dort aus durch den Wald hinauf zum Rosterberg. Dessen höchster Punkt befindet sich auf einem Spielplatz – genauer: auf der Rutsche des Spielplatzes. Hier machten wir eine erste coronakonforme Rast, ehe es durch das Wohngebiet hinunter zur Leimbachstraße ging.

Ein schönes Steindorf auf dem Rosterberg
#Siegerlandstones

Häusling

Unterhalb des Leimbachstadions ging es dann „hintenrum“ hinauf auf den Häusling, der mich von allen Bergen am meisten überraschte: Mitten in der Stadt, direkt neben der stark befahrenen Frankfurter Straße (Höhe Schleifmühlchen) gibt es einen dichten Mischwald mit vielen Spazierwegen und bemerkenswerten Ausblicken auf die Oberstadt und das Krönchen.
Henry gönnte uns ohnehin viele Blicke aufs Krönchen, das Siegener Wahrzeichen. Manchmal mussten wir dafür querfeldein stiefeln, manchmal war der Aussichtspunkt auch mit Tisch und Bänken ausgestattet.

Blick vom Häusling auf die Oberstadt samt Krönchen

Siegberg

Nach einer ausgedehnten Fotopause an einer Sitzecke ging es vom Häusling erst bergab zur Frankfurter Straße, dann durch Hainstraße, Donzenbachstraße und Metzgerstraße durch die schönsten Winkel der Oberstadt. Die haben im Herbst einen ganz besonderen Charme und ich genieße es jedes Mal, dort spazieren zu gehen.
Da der Siegberg allerdings schon unser vierter Berg war und die Altstadt bekanntermaßen recht steil ist, fühlte es sich nicht mehr allzu sehr nach Spaziergang an. Da kam die Mittagspause (am frühen Nachmittag) am Oberen Schloss doch sehr gelegen. Wir setzten uns allerdings nicht in den Schlosspark, sondern nutzten den höchsten für uns erreichbaren Punkt, den Wehrturm mit den beiden Kanonen – und natürlich dem Krönchen als Fotomotiv.

Lindenberg

Ein Stückchen des Weges vom Siegberg auf den Lindenberg ist identisch mit dem Elisabethpfad (bzw. Pilgerpfad) und ich hatte das Teilstück von Hain hinauf auf den Lindenberg noch in unschöner, da ziemlich steiler, Erinnerung.
Ja, dieses Stück ließ sich nicht angenehm laufen, es ist steil und der Weg ist in schlechtem Zustand. Aber wer jemals oben auf dem Katzenplätzchen war, weiß, dass sich der Aufstieg lohnt. Von hier hat man wirklich einen tollen Blick auf die gesamte Innenstadt, auf Weidenau und den Monte Schlacko, auf den Wellersberg und auch in Richtung Rödgen und Wilnsdorf.

Das Katzenplätzchen auf dem Lindenberg

Giersberg

Der sechste Berg unserer Tour war der Giersberg. Das ist der am dichtesten bebaute Berg in Siegen, entsprechend führten nur Treppenwege und Bürgersteige nach oben und das Attraktivitätslevel war eher gering, zumal wir mittlerweile auch schon ein paar hundert Höhenmeter hinter uns hatten und es mit über zwanzig Grad auch deutlich warm war.
Ganz oben befindet sich eine Kleingartenanlage. Der höchste Punkt versteckt sich zwar auf einem abgesperrten Grundstück dort, aber wir konnten immerhin eine Pause im Schatten von Apfelbäumen machen und dabei liebevoll gepflegte Gärten begutachten.
Bergab war es auch nicht besonders schön, da der Giersberg wirklich von allen Seiten dicht bebaut ist und wir uns teilweise zwischen parkenden Autos hindurchschlängeln mussten.

Der weithin sichtbare Sender auf dem Giersberg

Wellersberg

Von der Weidenauer Straße im Tal aus mussten wir nur noch Richtung Charlottental wandern, um von dort aus die letzte Herausforderung, den Wellersberg, zu meistern. Der bot mit der Panzerwiese, einem riesigen Areal aus der Zeit der Belgischen Garnison, wieder sehr viel Natur. Der höchste Punkt befindet sich hier im Wald, und auch dort findet man, wie an einigen anderen Stellen, noch Überreste aus der Zeit der Belgier: Zäune, Betonpfosten, abgesperrte Bereiche.
Von dort aus mussten wir nur noch bergab gehen. Henry lotste uns durch Stadtwald und Gesträuch und zeigte uns den alten Friedhof am Wellersberg, über den ihr hier mehr lesen könnt.
Nach gemütlichen sieben Stunden Wanderung und 740 Höhenmetern auf- und 720 Höhenmetern abwärts erreichten wir wieder unseren Startpunkt.
Es war eine tolle Erfahrung, in einer Gruppe zu wandern und dabei viel über die Stadt und ihre Geschichte zu erfahren, ganz neue Ansichten zu bekommen und Ecken kennenzulernen, die ich von alleine nie gefunden hätte. Auch die Gespräche mit den Mitwanderern waren interessant, lustig, spannend und teilweise auch persönlich und zum Nachdenken anregend – auch wenn wir uns vorher gar nicht kannten.
Wir haben vielleicht nicht ausschließlich die schönsten Ecken der Stadt kennengelernt, dafür wusste aber zu jedem bemerkenswerten Ort jemand etwas zu erzählen. Und das hat die Wanderung enorm bereichert.

Einmal rund um die Stadt

Zum Abschluss kehrten wir noch ins Café del Sol ein und ließen den Nachmittag ausklingen – und machten schon wieder Pläne für die nächste gemeinsame Wanderung.
Ich werde zwar nach wie vor am liebsten alleine wandern, weil es für mich den größten Erholungseffekt hat. Aber ich habe mir ganz fest vorgenommen, jetzt öfter mal in einer Gruppe zu wandern.

Die Seven Summits verdienen ihren Namen
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Das Krimifestival von Radio Siegen

Endlich ist wieder Lesungszeit!

Dieses Jahr hat nicht nur den Buchmarkt allgemein ziemlich gebeutelt, sondern auch uns Autorinnen und Autoren.
Leider könnte ich davon ein Lied singen, wenn ich singen könnte.
Keine Angst – ich werde definitiv nicht versuchen, mir mit Gesang ein zweites Standbein zu verschaffen!

Auf die Bühne gehe ich aber trotzdem, sogar im altehrwürdigen Heimhof-Theater in Burbach-Würgendorf.
Da veranstaltet Radio Siegen nämlich ein Krimifestival mit insgesamt sechs heimischen Krimi-Autorinnen und Autoren.
Jede/r von uns bekommt eine halbe Stunde zur freien Verfügung und ich bin schon ganz gespannt!

Wann?
Am 17.10.2020 um 19.00 Uhr
Heimhof-Theater
Heimhofstr. 7a
57299 Burbach

Für meine dreißig Minuten habe ich mir eine ganz besondere Überraschung überlegt, die ich gerade mit viel Spaß vorbereite.
Ich verrate schon mal so viel: Es hat etwas mit Krimis zu tun. Und mit Weihnachten.
Den Rest erfahrt ihr dann vor Ort oder in meinem Newsletter, für den ihr euch gerne jederzeit anmelden könnt.
Wie weit die Kapazitäten darüber hinaus noch ausreichen, muss ich mal schauen.
Aber ich will hier ja niemandem den Mund wässrig machen …
(Oder doch?)

Achtung!
Karten gibt es nur im Vorverkauf!
Klick hier






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Interview mit Ricardo Orlando und Melanie Lahmer

Neulich war ich zu Besuch bei Fotograf und Videograf Ricardo Orlando im Studio DiWerk in Netphen. Wir hatten einen ziemlich witzigen Vormittag und Ricardo hinterher ganz schön viel Arbeit, um das Video zu schneiden!

Interview mit Ricardo Orlando im DiWerk

Wenn ihr also schon immer mal wissen wolltet, wie das bei mir mit dem Schreiben und Veröffentlichen so läuft und euch überhaupt mal ein Bild davon machen wollt, wer sich hinter diesem Blog verbirgt – dann schaut euch das Video auf YouTube an!

Nehmt ein bisschen Zeit mit oder lasst es als Podcast ohne Bild laufen – viel Vergnügen mit Ricardo und mir!


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„Unter der Mauer“ ist veröffentlicht!

Endlich ist es soweit – die erste Welle meines neuen Krimis ist erschienen!

Eine verschwundene Studentin. Eine unüberwindbare Grenze. Und ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre lang ungesühnt bleibt.
Der neue Siegerland-Krimi.
Nike Klafelds erster Fall

Seit heute könnt ihr das E-Book bei Amazon kaufen (Klick hier), die Taschenbücher sind ab Anfang November erhältlich (ihr werdet es auf jeden Fall erfahren!) und die dritte Welle, die E-Books für alle anderen Reader (also z.B. Tolino), startet dann im Januar 2020.

Bis es auch für die Tolino-Leserinnen und -Leser soweit ist, können die KindleUnlimited-Abonnentinnen loslegen und Nike auf der Suche nach der Vergangenheit begleiten.

Ihr seht also, ich habe an alle gedacht!
:)

Jetzt wünsche ich euch viel Vergnügen beim Lesen!

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Lesung und Vortrag in Hilchenbach

Lesung und Vortrag in Hilchenbach, 26.6.19 um 19 Uhr

Mittwoch, 26. Juni 2019 – 19 Uhr

Buchhandlung Bücher buy Eva
Am Markt 5
57271 Hilchenbach

Kontakt:
02733 7420
info@buecherbuyeva.de

In dem Vortrag geht es natürlich um Minimalismus, Zero Waste, plastikfrei und Nachhaltigkeit ganz allgemein.

Neben vielen Hintergrundinformationen werde ich auch Material mitbringen und vorstellen, mit dem ihr ganz einfach eure Umstellung beginnen könnt.
Mein Augenmerk liegt dabei auf den kleinen Schritten und dem, was man ganz bequem im Alltag umsetzen kann.
Denn jeder Schritt ist wichtig!

Eintritt: 8 Euro

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MädelsKramMarkt in Siegen

Am kommenden Samstag, 13. April 2019, findet in Siegen der nächste MädelsKramMarkt statt – diesmal im Gebäude der ehemaligen Mayerschen Buchhandlung, also mitten in der Innenstadt!

Diesmal bin ich mit einem Bücherstand dabei und werde nicht nur meine Siegerland-Krimis verkaufen, sondern auch Restauflagen von Kurzkrimi-Anthologien sowie jede Menge Nachhaltigkeits-Ratgeber „11 Schritte ins Glück“.

Selbstverständlich signiere ich die Bücher auch, außerdem bin ich für Fragen oder „einfach so“ für euch da.

Und dass in einer Woche Ostern ist, wisst ihr ja, oder?
*lach*
Jedenfalls könnt ihr den ganzen Tag über ganz viel Selbstgemachtes, Eigenkreationen, leckeres Essen, Kreatives und Dekoratives bestaunen und kaufen.
Ich freue mich auf euch!


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Die Coverentwürfe für den neuen Siegerland-Krimi sind da!

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Hach, ich würde das Cover für meinen nächsten Siegerland-Krimi am liebsten schon überall zeigen, aber das geht aus verschiedenen Gründen noch nicht.


Einer davon ist, dass ich mich nicht zwischen zwei Entwürfen entscheiden kann.
In meiner Facebook-Gruppe „Siegerland-Krimis“ – und damit in einem halbwegs persönlichen Rahmen – werde ich sie allerdings in den nächsten Tagen zur Auswahl stellen und ihr dürft dann abstimmen, welche Variante euch besser gefällt.
Ihr könnt gern jederzeit der Gruppe beitreten, ich freue mich immer auf neue Leute. Wer nicht bei Facebook ist, hat leider ein bisschen Pech und muss warten, bis die Entscheidung getroffen ist.
Bevor dann alles ganz öffentlich wird, zeige ich das Cover aber schon im nächsten Newsletter. Der wird demnächst noch unbenannt, weil „Newsletter“ irgendwie aufdringlich und nach Werbung klingt.
Aber eigentlich ist er eine Art digitales Magazin und ich finde, das sollte sich auch im Namen niederschlagen.
Abonnieren könnt ihr ihn aber natürlich nach wie vor unter dem Namen „Krimi-Newsletter“. Einfach hier: Klick.

Wir lesen uns!

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Netphener Keltenweg

@keltenweg

Der Keltenweg bei Netphen


An einem der letzten heißen Tage im ewigwährenden Sommer 2018 habe ich mir den Netphener Keltenweg vorgenommen.
Der Weg ist 15,1 km lang und bekommt in meinem Wanderführer 3,5 von 4 Punkten für den Anspruch – was ich im Nachhinein genauso bewerten würde.

Parkplatz Leimbachtal

Mein Startpunkt war der Wanderparkplatz im Leimbachtal, kurz hinter Netphen an der B 62. Die Muskulatur konnte ich direkt mit einem kurzen Anstieg aufwärmen, dafür hatte ich einen schönen Blick über das Leimbachtal im Oktobernebel.
Entlang des gut ausgeschilderten Weges erzählen immer wieder Tafeln vom Leben einer fiktiven Keltenfamilie, gezeichnet von Matthias Kringe, der auch die berühmten Dilldappen erschuf.
Wie im Siegerland üblich, führt der Weg auf breiten Pfaden durch die Wälder und ab und an erwischt man tolle Ausblicke.

Mein Frühstück nahm ich nach dreieinhalb Kilometern an einer Keltentafel ein – und wie man sieht, kommt man von hier aus auch nach Santiago de Compostela und Avalon … ;)
Nach einem weiteren kurzen Anstieg und einer ungeplanten Extrarunde ging es erstmal wieder mehr als zwei Kilometer bergab nach Afholderbach. Dort lohnt sich eine Verschnaufpause, denn der Weg auf die Alte Burg hat es in sich. Fast 300 Höhenmeter wollen überwunden werden, meist auf breiten befestigten Wegen, später dann auf schmalen Pfaden durch den Wald.

 

Alte Burg

Auf der Kuppe des Berges (633 m) befindet sich eine alte keltische Wallanlage (aus der La-Tène-Zeit, etwa 500 v. Chr.); zwei Wälle sind deutlich sichtbar und müssen überwunden werden, um das Plateau mit einem wunderschönen Buchenwald zu erreichen. Dieser war im Herbst besonders hübsch, allerdings finden sich dort viele unschöne Zivilisationsspuren: Beinahe jede Buche wurde eingeritzt, was ich sehr schade finde.
Nach kurzer Verschnaufpause ging es in Richtung Eschenbach bergab. Etwas abseits des Weges gibt es einen wunderschönen Aussichtspunkt auf die Obernau-Talsperre, die wegen des trockenen Sommers sehr wenig Wasser führte. Im weiteren Verlauf öffnete sich der Wald und überraschte mich mit einem grandiosen Panoramablick auf die Talsperre und das umgebende Netpher Land. Ich ärgerte mich maßlos, dass ich ausgerechnet an diesem Tag das Fernglas vergessen hatte und dass ich nur Handyfotos machen kann, denn der Bereich unterhalb der Alten Burg ist prädestiniert für tolle Panorama-Bilder.

Schöne Geste

Ein paar Meter weiter musste ich dann vor lauter Glück laut loslachen: Am Weg stand eine Ruhebank, ausgestattet mit Gästebuch, Pflastern, Taschentüchern, Bonbons zur Stärkung, einem Gästebuch – und einem Fernglas!
Sollte der mir unbekannte »Bankspender« irgendwann mal auf dieser Seite landen: Herzlichen Dank für diese tolle Geste, sie macht diesen Ort zu etwas ganz Besonderem!
Der Abstieg nach Eschenbach war danach ein Kinderspiel, und der Weg zurück zum Parkplatz führte mittels Treppe sogar über eine Kuhweide – in den Alpen üblich, hier im Siegerland eher ungewöhnlich.

Fazit

Für mich war es bisher der anstrengendste Wanderhöhepunkt entlang des Rothaarsteigs, aber die Ruhe des Buchenwaldes auf der Alten Burg sowie die teilweise grandiosen Ausblicke auf das Netpher Land sind die Anstrengung definitiv wert.

 

Mehr Wanderhöhepunkte

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Historischer Rundweg Achenbach
Elisabethpfad von Siegen nach Hainchen
Jakobsweg von Siegen nach Krottorf
Die Wisent-Wildnis in Wittgenstein

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Der Herzhäuser Panoramaweg


Der Panoramaweg in Netphen-Herzhausen ist noch relativ neu, er wurde erst im August 2018 eingeweiht.
Der Rundweg ist etwa 9,3 km lang und führt in großen Schleifen um das Dorf am Fuße des Rothaargebirges herum.
Parken kann man am Gemeindezentrum bei der Feuerwehr, hundert Meter entfernt liegt der offizielle Startpunkt.

Um Herzhausen herum

Gleich zu Beginn verlässt man den Ort mit einer zu erwartenden kleinen Steigung. Die Beschilderung des Weges ist insgesamt gut; es gab zwei Stellen, an denen ich unsicher war – das kann aber auch am Schnee gelegen haben. Und davon hatte ich glücklicherweise reichlich, noch dazu strahlenden Sonnenschein.
Der Weg führt in Kurven und Schleifen um Herzhausen herum, an manchen Stellen streift er auch den Unglinghäuser Rundweg. An der großen Hütewiese an der Straße Richtung Unglinghausen informiert ein Schild über die Herzhäuser Hute. Noch bis in die 1970er Jahre hinein wurden die Kühe des Dorfes auf der großen Weide gehütet und abends wieder zu den Bauern zurückgebracht.

Gondach, Dilldappe!

 Dilldappe von M. Kringe am Ortseingang

Nach etwas mehr als der Hälfte erreicht man die Hauptstraße im Dorf und könnte notfalls an dieser Stelle abbrechen. Ich bin natürlich weitergegangen, habe den Dilldappen am Ortsausgang (oder -eingang) mit einem gemurmelten »Gondach« begrüßt und bin den Mannsberg hinaufgegangen. Von dort kann man immer wieder auf die erste Hälfte des Rundweges blicken und schöne Perspektivwechsel einnehmen.
Folgt man dem Weg weiter durch das Dirlenbachtal, erreicht man das Wildgehege mit aufmerksamen Tieren, umrundet es einmal und geht auf der anderen Uferseite weiter in Richtung Ortsmitte.
Nach etwa zwei bis zweieinhalb Stunden erreicht man den Ausgangspunkt.

Fazit

Ein kleiner, aber sehr schöner Rundweg, der wirklich viele Panoramen über das Dreisbachtal bis ins Rothaargebirge bietet. An vielen Stellen stehen Bänke oder Ruhebänke, die ich wegen des Schnees aber ausgelassen habe. Der Weg ist abwechslungsreich, führt nur kurze Strecken durch den Wald und besteht größtenteils aus befestigten Wegen.

 

Noch mehr Wanderhöhepunkte

Der Kindelsbergpfad
Die Wisent-Wildnis Wittgenstein
Historischer Rundweg Achenbach
Rund um den Wellersberg
Pilgerwege im Siegerland
Der Elisabethpfad von Köln nach Marburg

 

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Der Kindelsbergpfad

Herzlich willkommen im neuen Jahr!


Während es in meinem Lieblings-Wandergebiet, den Alpen, ordentlich geschneit hat, müssen wir hier im Siegerland mit Regen und grauem Nebel ausdauern.
Für Januar und Februar habe ich einen neuen Schreibplan ausgeheckt: Immer, wenn ich mein Wochensoll erreiche oder überschreite, belohne ich mich mit einer Wanderung. In der ersten Januarwoche habe ich mir deshalb endlich den Kindelsbergpfad vorgenommen. Den hatte ich schon lange in Planung, aber es ist natürlich zeitlich immer schwierig, eine mehrstündige Wanderung unterzubringen.
Der Kindelsbergpfad ist 14,6 km lang und beinhaltet durchaus ein paar Höhenmeter. Mehr jedenfalls, als die meisten anderen Wanderhöhepunkte entlang des Rothaarsteigs.

Startpunkt Loher Tal

Meine Runde begann ich in Kredenbach in der Nähe des Loher Tals. Die Weiher waren mit einer leichten Eisdecke überzogen und Reste von harschigem Schnee lagen auf und zwischen den Bäumen. Der Boden war leider ziemlich matschig und deshalb nicht ganz einfach zu gehen. Ich war froh, meine Stöcke dabei zu haben.
Außerdem testete ich auf dieser Runde erstmals mein neues Trinksystem. Irgendwann im Sommer habe ich von Trinkflaschen zu einer Wasserblase gewechselt. Das hat den Vorteil, dass ich mehr trinke, weil ich nicht mehr anhalten muss. Dank Trinkschlauch kann ich eigentlich die ganze Zeit kleine Schlucke trinken, was definitiv gut ist. Da aber das Ventil nicht richtig dicht ist und ständig Wasser heraustropft, habe ich mir ein neues System zugelegt. Den Adapter kann ich auf die meisten handelsüblichen Trinkflaschen schrauben und das Ventil ist dicht. Was will man mehr!

Nach Müsen

Vom Loher Tal aus ging es durch den Wald leicht ansteigend in Richtung Müsen. An diesem Tag war es ziemlich neblig und die erhoffte Fernsicht blieb aus, aber die Strecke bietet auch so genügend zum Schauen. So entdeckte ich ganz unerwartet einen aktiven Springbrunnen kurz vor Müsen im Brombachtal. Etwa einen Kilometer vorher sollte eigentlich ein Stollenmundloch in der Nähe des Weges liegen (Grube Brüche), aber irgendwie habe ich es nicht entdeckt. Zugegeben: Richtig gesucht habe ich nicht. Die Geschichte des Siegerländer Bergbaus war eine Zeitlang ein Hobby von mir und ich habe schon wirklich viele Stolleneingänge gesehen. Da spielt einer mehr oder weniger für mich keine Rolle mehr.
In Müsen erwartete mich dann eine Überraschung: An einer exponierten Stelle am Waldrand stand eine Leseinsel – eine Metallbank mit integriertem Staufach, in dem nicht nur einige (Kinder-)Bücher lagen, sondern auch warme und gemütliche Sitzkissen. Eigentlich war mir noch gar nicht nach einer Pause zumute, aber der Platz war dermaßen einladend, dass ich kurzerhand mein Frühstück vorverlegte und mich bei der Gelegenheit auch gleich im Gästebuch verewigte. Eine sehr schöne Idee!

Frisch gestärkt ging es dann an den Aufstieg über die Martinshardt zum Kindelsberg. Doch zuerst kam ich an diesem schönen Kleinod vorbei. Ich weiß nicht, wer dieses kleine Heim gebaut hat, aber es hat mich wirklich erfreut. Und ich hoffe sehr, dass nicht irgendwelche Vandalen kommen und es zerstören.

 

Das Müsener Revier

Der Aufstieg zur Martinshardt ist nicht ohne und ich war froh um meine Wanderstöcke, die meine Knie doch merklich entlasteten. Außerdem wurde der Schnee umso dichter, je höher ich stieg.
Der Weg ist gespickt mit alten Bergbau-Relikten wie Stollenmundlöcher, Pingen und Halden sowie vielen Hinweisschildern.
Man passiert das Grubengelände Wilder Mann und die Müsener Klippen (ein Pingenfeld des Stahlberger Stocks) und auch auf dem Weg talwärts streift man mehrere Gruben. Das Müsener Revier gehörte zu den bedeutendsten des Siegerländer Erzbergbaus, die Grube Stahlberg wurde 1311 erstmals erwähnt und war bis 1931 in Betrieb. Auch heute erinnert in Müsen noch viel an die Zeit des Bergbaus, das Stahlbergmuseum nebst Besucherstollen ist ein Highlight für die ganze Familie.

Gipfelfeeling

Der Weg hinauf zur Martinshardt (616 m) wird zwar teilweise steil, ist aber gut zu gehen. Auf der Martinshardt erwartete mich sogar ein Gipfelkreuz! Vom zugehörigen Gipfelbuch habe ich leider erst hinterher gelesen, sonst hätte ich mich selbstverständlich eingetragen.
Bis zum Kindelsbergturm (617 m) ging es erst ein Stückchen bergab, um dann noch einmal steil bergauf zu gehen. Unterwegs kam ich an dem Parkplatz vorbei, an dem Natascha und Simon aus »Knochenfinder« ihren ersten Geocache machen. Erinnert ihr euch?
Doch diesmal war der Parkplatz verwaist, denn der Nebel wurde zunehmend dichter und lud nicht unbedingt zum Spazierengehen ein.
Auf dem Kindelsberg kehrte ich im gleichnamigen Restaurant ein und gönnte mir einen schönen heißen Kaffee, bevor ich mich an den Abstieg machte. Leider war es dank Nebel nichts mit dem Fernblick, ich ahne aber, dass der an schönen Tagen von dort oben aus sehr beeindruckend sein muss. Also werde ich zumindest dieses Teilstück noch einmal im Frühjahr oder Sommer erwandern.
Die Schneemenge auf dem Kindelsberg war im Vergleich zum Tal beachtlich, nahm aber mit jedem Höhenmeter ab. Als ich nach etwas mehr als einer Stunde wieder in Kredenbach ankam, war es nur noch nass und matschig.

Mein Fazit

Der Kindelsbergpfad ist ein sehr abwechslungsreicher Rundweg, der ein bisschen Trittfestigkeit und Kondition erfordert und an vielen Relikten der Bergbauzeit vorbeiführt. Wer noch nicht so viel über den Siegerländer Erzbergbau weiß, kann sich auf dieser Strecke ein gutes Bild machen und erfährt auch einige historische Fakten. Praktischerweise liegt der Kindelsberg als höchste Stelle in der Mitte des Rundwegs und man kann ganz prima im Restaurant einkehren.

Lust auf weitere Wanderhöhepunkte?

Der Elisabethpfad von Siegen nach Hainchen
Der Jakobsweg von Siegen nach Krottorf
Der historische Rundweg Achenbach
Die Wisent-Wildnis in Wittgenstein
Rund um den Wellersberg und die Panzerwiese

 

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